Ehre und StärkeBlackmoore
Sabellian
Charakter

Sabellian

Sabellian war Todesschwinges Leutnant und führte seine Brut jahrzehntelang durch die Scherbenwelt. Auf den Dracheninseln lernte er, dass Bewahrung allein keinen Erdwächter macht, und wurde Ebyssians General.

Der Sohn, der zurückblieb

Sabellian ist ein Sohn Todesschwinges und Halbbruder Onyxias und Nefarians. Als der schwarze Schwarm nach dem Zweiten Krieg wieder erstarkte, diente er seinem Vater als enger Leutnant. Neltharion hatte aus Familie längst eine Befehlskette gemacht. Anerkennung erhielt, wer nützlich war, und Nähe zum Vater bedeutete vor allem, tiefer in dessen Pläne gezogen zu werden.

Auf Draenor vertraute Todesschwinge ihm die dortigen schwarzen Drachen an. Dann brach die Welt auseinander, und der Vater ging. Sabellian blieb mit Eiern, Welplingen und erwachsenen Angehörigen seines Schwarms in der entstehenden Scherbenwelt zurück. Aus dem Leutnant musste ein Bewahrer werden. Keine Weisung aus Azeroth erklärte ihm, wie eine Brut in einem Himmel überlebt, der selbst in Stücke gerissen war.

Baron Zobelmähne im Schergrat

Jahrzehnte später lebte Sabellian im Schergrat in menschlicher Gestalt als Baron Zobelmähne. Die Gronn und die Söhne Gruuls hatten schwarze Drachen gejagt und getötet. Besonders Gruul der Drachenschlächter stand für eine alte Demütigung des Schwarms. Sabellian suchte keine Verbündeten aus Vertrauen. Er bot Sterblichen Handel, Aufgaben und Belohnung, weil ihre Klingen dorthin gelangen konnten, wo seine offene Gestalt zu viele Feinde geweckt hätte.

Gemeinsam mit Abenteurern ließ er Gronn und ihre Nachkommen töten und gewann Einfluss über die Berge. Seine Höflichkeit blieb scharf kalkuliert. Selbst Freunden, erklärte er, müsse ein Preis gesetzt werden, weil kostenlose Gaben Freundschaften zerstörten. Hinter dieser Haltung lag die Erfahrung eines Drachen, der eine Brut ohne Hilfe des Vaters erhalten hatte und jede Beziehung danach prüfte, ob sie eine Last tragen konnte.

Die Rückkehr des Obsidianthroners

Als die Dracheninseln erwachten, kehrte Sabellian mit seiner Obsidianbrut nach Azeroth zurück. Er beanspruchte die Führung des schwarzen Schwarms. In seinen Augen sprach für ihn, dass er über Jahrtausende Verwandte beschützt, Eier bewahrt und eine Gemeinschaft aufgebaut hatte. Wrathion hielt dagegen, nur er habe aktiv gegen Todesschwinges Verderbnis gekämpft und die Zukunft des Schwarms auf Azeroth gesichert.

Der Streit war mehr als Eitelkeit. Sabellian verstand Führung als Bewahrung einer Familie; Wrathion als entschlossenen Bruch mit ihrer Vergangenheit. Beide wollten am Obsidianthron beweisen, dass ihre Taten sie zum nächsten Aspekt machten. Dabei übersahen sie zunächst, wie sehr der Wettkampf Neltharions altes Denken wiederholte: Eine Krone sollte entscheiden, welcher einzelne Drache den Wert aller anderen verkörperte.

Was Aberrus über den Vater erzählte

In den Zaralekhöhlen fanden Sabellian, Wrathion und Ebyssian den Weg nach Aberrus. Die Experimente und Aufzeichnungen zeigten, dass Neltharions Verrat nicht erst mit einem einzigen Flüstern begonnen hatte. Kontrollzwang, geheime Versuche und Verachtung für den freien Willen seiner Schöpfungen waren schon im Werk des Erdwächters vorhanden gewesen.

Sabellian hatte seine Eignung auch damit begründet, dass er den Vater vor dessen Fall gekannt habe. Aberrus nahm dieser Erinnerung ihre Reinheit. Erfahrung blieb wertvoll, doch sie konnte nicht bedeuten, Neltharions Herrschaft in besserer Absicht nachzuahmen. Als Sarkareth am Vermächtnis des gefallenen Aspekts zerbrach, wurde sichtbar, wohin der Wunsch führte, in dessen hinterlassenen Waffen eine eigene Identität zu finden.

Der General an Ebyssians Seite

Sabellian und Wrathion traten schließlich von ihrem Anspruch zurück. Beide erkannten in Ebyssian jene Geduld und Urteilskraft, die sie während ihres Wettstreits zu wenig gezeigt hatten. Ebyssian wurde zum neuen Erdwächter und bat seine Brüder, bei ihm zu bleiben: Sabellian als General, Wrathion als Diplomat. Die Entscheidung machte keinen der beiden bedeutungslos. Sie gab ihren unterschiedlichen Fähigkeiten einen Platz, der nicht vom Besitz des höchsten Titels abhing.

Sabellians Weg endet damit nicht in einer Niederlage gegen den besseren Bewerber. Er bewahrte seine Brut durch eine zerbrochene Welt und brachte sie heim; erst danach lernte er, dass diese Leistung keinen Anspruch auf jede zukünftige Entscheidung erzeugt. Als General kann er schützen, planen und führen, ohne zum zweiten Vater über alle zu werden. Gerade der Sohn Todesschwinges zeigt so, dass ein Erbe nicht nur ausgeschlagen oder beansprucht werden kann. Es kann in Verantwortung verwandelt werden, die neben anderen steht.