Der Hüter des Donners
Thorim wurde von titanischer Macht geformt und mit der Kraft Golganneths erfüllt. Gemeinsam mit Ra und Hodir kämpfte er gegen Al'Akir und half, die elementaren Heere des Schwarzen Imperiums zu bezwingen. Sein Hammer Krolmir konnte den Himmel öffnen und ganze Schlachtfelder unter Donner begraben.
Doch Thorims Aufgabe bestand nicht nur im Krieg. Er bewachte Ulduar und die Bündnisse der Völker des Frosts. Die Söhne Hodirs kannten ihn als Freund, nicht bloß als fernen titanischen Herrn. An seiner Seite lebte Sif, seine Gemahlin. Gerade diese Nähe bot Loken den Punkt, an dem sich die Stärke des Sturmfürsten gegen alles wenden ließ, was er beschützen sollte.
Die Lüge um Sifs Tod
Loken hatte eine heimliche Beziehung mit Sif. Als sie die Verbindung beenden und Thorim die Wahrheit sagen wollte, tötete Loken sie in Panik. Um die Tat zu verbergen, beschuldigte er König Arngrim und die Frostriesen. Thorim fand Sifs Leichnam und glaubte dem Bruder.
In rasendem Schmerz schleuderte er Krolmir auf Arngrim. Der Einschlag tötete Riesen und Frosterben gleichermaßen und fror das Schlachtfeld des Donnersturzes für Jahrtausende ein. Thorim hatte nicht nach Beweisen gefragt, weil die Lüge genau die Richtung besaß, die sein Zorn verlangte. Loken musste ihn nicht dauerhaft beherrschen. Er musste nur einen Gegner nennen, bevor Trauer wieder zu einer Frage werden konnte.
Jahrtausende auf dem Sturmgipfel
Nach der Vernichtung zog sich Thorim in den Tempel der Stürme zurück. Die Söhne Hodirs sahen in ihm den Verräter, und er selbst versank in Schuld und Trauer. Seine Macht blieb gewaltig, doch sie bewegte nichts mehr. Der Sturmfürst saß über einem gefrorenen Krieg und behandelte Erstarrung wie die einzige Form, keinen weiteren Fehler zu begehen.
Sterbliche halfen, Krolmir zurückzugewinnen und die Beziehungen zu den Frostriesen zu heilen. Thorim begann, Lokens Geschichte zu bezweifeln. Als er sich dem Bruder stellen wollte, geriet er in eine Falle und wurde nach Ulduar gebracht. Yogg-Sarons Einfluss machte aus seinem erwachenden Willen erneut ein Werkzeug, diesmal innerhalb der Arena des Hüters.
Die Wahrheit in Ulduar
Angreifende besiegten Thorim, ohne ihn zu töten, und brachen die Verderbnis. Er erkannte Lokens Verrat und half zusammen mit den anderen befreiten Hütern im Kampf gegen Yogg-Saron. Die Wahrheit gab Sif nicht zurück und taute die Toten am Donnersturz nicht auf. Sie stellte nur die Verantwortung an ihren richtigen Ort, ohne Thorims eigenen Anteil auszulöschen.
Thorim war getäuscht worden, aber Krolmir hatte seine Hand verlassen. Diese doppelte Wahrheit ist schwerer als eine einfache Entschuldigung. Sie erlaubt ihm, Loken und Yogg-Saron zu bekämpfen, ohne sich selbst zum unschuldigen Zuschauer der Folgen zu erklären. Erst dadurch konnte aus Reue wieder Handlung werden.
Ein Sturm, der sich erneut bindet
Später unterstützte Thorim die Valarjar und kämpfte während der Legioninvasion erneut für Azeroth. Er blieb Hüter Ulduars und stand mit anderen titanengeschmiedeten Bewahrern gegen Gefahren, die aus ihren alten Gefängnissen zurückkehrten. Seine Macht war nicht kleiner geworden; ihr Einsatz war vorsichtiger an Beziehungen und gemeinsame Ziele gebunden.
Thorims Geschichte zeigt, dass selbst ein Hüter des Himmels in einer einzigen, gut gewählten Lüge eingeschlossen werden kann. Gewalt löste seine Trauer nicht, und jahrtausendelanges Grübeln war noch keine Buße. Erst als er zu den Söhnen Hodirs zurückkehrte, Hilfe annahm und die schmerzhafte Wahrheit hörte, fand der Donner wieder eine Richtung. Ein Sturm kann nicht ungeschehen machen, was er zerschlagen hat. Er kann aber aufhören, jeden neuen Horizont für den Feind zu halten, den die Trauer ihm zuerst gezeigt hat.