Ehre und StärkeBlackmoore
Senegos
Charakter

Senegos

Senegos war der uralte Anführer der Azurschwingen in Azsuna und Großvater Stellagosas. Er überstand den Zerfall des blauen Drachenschwarms, half bei dessen Wiedervereinigung und nahm schließlich einen friedlichen Tod an, nachdem seine weit verstreute Familie wieder zusammengefunden hatte.

Der Älteste der Azurschwingen

Senegos gehörte zum blauen Drachenschwarm und galt in seinen letzten Lebensjahren als einer der ältesten noch lebenden Drachen, die kein Aspekt waren. Er führte die Azurschwingen, eine in Azsuna beheimatete Brut, von der Azurschwingenrast aus. Zu seiner Familie gehörten seine Enkelin Stellagosa und die junge Emmigosa. Anders als manche alte Drachen begegnete Senegos Sterblichen nicht grundsätzlich mit Verachtung. Er war ruhig, scharfsinnig und oft humorvoll, verlor seine Geduld jedoch schnell, wenn er jemanden für unzuverlässig hielt.

Sein hohes Alter war keine bloße Zahl. Senegos' Körper konnte seine Kräfte kaum noch halten, und die Azurschwingen versorgten ihn in einem großen Manabecken. Seine Familie wusste, dass er sich dem Ende seines Lebens näherte. Senegos selbst machte daraus kein Geheimnis und betrachtete den Tod nicht als Niederlage. Dennoch blieb er Anführer: Solange seine Brut bedroht war, setzte er seine Erfahrung und seine Magie dafür ein, ihr eine Zukunft zu sichern.

Azsuna und der Angriff der Verdorrten

Während der dritten Invasion der Brennenden Legion führte Stellagosa einen Abenteurer zur Azurschwingenrast. Dort lag Senegos geschwächt im Manabecken. Gleichzeitig griffen Verdorrte aus Suramar die Brut an. Diese ausgehungerten Nachtgeborenen waren durch den Entzug arkaner Energie entstellt worden und suchten verzweifelt nach jeder erreichbaren Manaquelle. Ihr Angriff bedrohte damit genau jene Energie, die Senegos am Leben hielt.

Er willigte ein, bei der Suche nach dem Gezeitenstein von Golganneth zu helfen, verlangte jedoch zuerst Schutz für seine Familie. Durch eine arkane Projektion leitete er den Gegenangriff. Dabei arbeitete er widerwillig mit Runas dem Beschämten zusammen, einem Nachtgeborenen, der vor Prinz Ael'Yiths Angriff warnte. Die Manaableiter des Prinzen wurden zerstört, mehr Energie erreichte Senegos' Becken, und der letzte Sturm der Verdorrten auf die Rast scheiterte. Runas erreichte die Sicherheit nicht mehr; Senegos hielt seine Hilfe in einem magischen Buch fest.

Wissen, das weitergegeben wird

Nach der Verteidigung Azsunas verwies Senegos Khadgar und dessen Begleiter an den Hof von Farondis, wo die Suche nach dem Gezeitenstein weiterging. Später kehrte Kalecgos mit einem Klassenchampion zu ihm zurück. Sie suchten nach Wegen, eine Artefaktwaffe zu stärken. Senegos verband seine Kenntnisse über arkane Magie mit Erinnerungen an uralte Orte und gefährliche Relikte und wies ihnen den Weg zum Herzen von Zin-Azshari.

Die folgenden Aufgaben führten durch das Dunkelherzdickicht und bis in den Smaragdgrünen Alptraum. Senegos konnte die Macht der gesammelten Essenzen bündeln, erklärte aber auch offen, wo seine Hilfe endete. Darin zeigte sich seine Art zu führen: Er löste nicht jedes Problem selbst, sondern gab genug Wissen weiter, damit andere den nächsten Schritt gehen konnten. Für einen Schwarm, dessen Mitglieder nach Malygos' Tod weit verstreut lebten, war diese Form der Weitergabe besonders wichtig.

Der blaue Drachenschwarm findet zusammen

Auf den Dracheninseln rief Kalecgos die zerstreuten blauen Drachen in das Azurblaue Gebirge. Senegos folgte dem Ruf mit Stellagosa, Emmigosa und weiteren Azurschwingen. Ihre Ankunft rettete Kalecgos während des Angriffs Raszageths. Später erlebten sie, wie er den Azurblauen Schwurstein erneut entfachte und den Schwarm für wiedervereint erklärte. Senegos hatte lange genug gelebt, um aus einer zerrissenen Familie wieder eine Gemeinschaft werden zu sehen.

Er begleitete Stellagosa außerdem zum Verhüllten Beinhaus, in dem die Toten des Schwarms ruhten. Als junger Drache hatte Senegos den Ort einst als Grabwächter betreut; erst seit dem Krieg der Ahnen hatte er diese Pflicht wirklich ernst genommen. Nun half er, die Gräber zu ordnen und die gewaltsam entstandenen Erinnerungen an Malygos und Sindragosa zu beruhigen. Beide hatten den Schwarm geprägt und waren unter tragischen Umständen gestorben. Ihre endgültige Ruhe bedeutete, dass die Lebenden nicht länger nur um ihr Scheitern kreisen mussten.

Eine letzte Reise für die Familie

Senegos beteiligte sich auch an der Suche nach weiteren blauen Drachen. In Beutebucht half er, Zeros aus einer Schuld gegenüber Baron Revilgaz zu lösen. Seine zunächst scherzhaft klingende Idee, den Baron einfach zu fressen, passte zu seinem trockenen Humor. Als die Verhandlungen an immer neuen Forderungen zu scheitern drohten, genügte Senegos' Erscheinen, um Revilgaz und seine Wachen zum Rückzug zu bewegen.

Solche Episoden machten die Wiedervereinigung greifbar. Der Schwarm bestand nicht nur aus einem Aspekt und einem Schwurstein, sondern aus eigenwilligen Angehörigen, die an unterschiedlichen Orten neue Leben begonnen hatten. Senegos nutzte seine verbleibende Zeit, um sie zurückzuführen. Er wollte nicht herrschen, bis niemand mehr ohne ihn entscheiden konnte. Er wollte sicher sein, dass die Gemeinschaft nach seinem Tod weiterbestand.

Ein friedlicher Abschied

Nachdem Malygos und Sindragosa Ruhe gefunden hatten und die blauen Drachen in den Azurarchiven versammelt waren, erklärte Senegos, dass nun auch seine Zeit gekommen sei. Ein Abenteurer wollte nach einem weiteren Artefakt suchen, das sein Leben verlängern könnte. Senegos lehnte ab. Solche Hilfsmittel hatte er bereits mehrfach genutzt. Jetzt gab es nichts, wovor man ihn retten musste.

Stellagosa wollte ihren Großvater nicht verlieren. Senegos bat sie, sein langes Leben zu feiern, und übergab ihr die Führung der Azurschwingen. Dann stieg er zum Machtnexus der Archive auf und löste sich in arkane Funken auf. Sein Ende unterschied sich bewusst von den gewaltsamen Toden, die so viele blaue Drachen erlitten hatten. Senegos starb weder allein noch verbittert. Er ging erst, nachdem seine Familie wieder zusammengefunden hatte und eine neue Anführerin bereitstand.