Ein Häuptling der Frostwölfe
Garad führte den Frostwolfklan, bevor Gul'dan die Orc-Klans zu einer Horde formte. Im Frostfeuergrat war Gemeinschaft keine freundliche Zierde. Jagd, Vorräte und gegenseitige Hilfe entschieden, wer den Winter überlebte. Mit Geyah hatte Garad drei Söhne: Fenris, Ga'nar und Durotan. Er lehrte sie, dass ein Klan nur Bestand hat, wenn Einzelne Verantwortung fuer andere uebernehmen.
Diese Lehre machte Garad nicht frei von Fehlern. Als Draka als Kind krank und schwach war, beschämte Schwarzfaust die Frostwölfe vor dem Klan. Garad verbannte Draka und ihre Eltern an den Rand des Dorfes und verweigerte ihnen später die Teilnahme am Kosh'harg. Er schützte den Ruf seines Klans, indem er eine Familie ausstieß, die Schutz gebraucht hätte. Drakas spätere Stärke bestätigt nicht sein Urteil, sondern legt seinen Irrtum offen.
Speerspiess und Ga'nars Tod
Als die Oger von Speerspiess Land besetzten und die Mok'nathal versklavten, sammelte Garad Verbündete. Frostwölfe, Weißklauen und die befreiten Mok'nathal errangen einen blutigen Sieg. Ga'nar opferte sich, damit junge Mok'nathal aus der Festung entkommen konnten. Garad verlor damit einen Sohn und erkannte zugleich, dass eine gemeinsame Schlacht Vorurteile nicht automatisch beendet. Leoroxx lehnte das Angebot einer neuen Heimat bei den Frostwölfen ab, weil er seinen Leuten dort keine dauerhafte Annahme zutraute.
Garad blieb nicht wegen einer makellosen Heldentat erinnerungswuerdig. Sein Leben zeigt die Spannung zwischen einer richtigen Lehre und der unvollkommenen Person, die sie lehrt. Er verlangte, dass die Stärkeren fuer die Schwächeren einstehen. Bei Draka versagte er daran; bei Speerspiess bezahlte seine Familie den Preis fuer dieses Ideal.
Die roten Pocken
Etwa ein Jahr nach Speerspiess erkrankten Garad und viele andere Orcs während eines Kosh'harg in Nagrand an den roten Pocken. Ner'zhul drängte die Erkrankten zur Quarantäne. Garad nahm die Trennung an, damit er die Frostwölfe nicht gefährdete, und schickte Durotan als letzten verfuegbaren Erben zum Klan zurück. Unter den Kranken gewann er schnell Respekt; die Siedlung erhielt nach seinem Tod den Namen Garadar.
Die Quellen setzen fuer sein Ende unterschiedliche Akzente. Die Chronik sagt, die roten Pocken hätten ihn verzehrt; eine ältere Erzählung lässt ihn nach einer Schwächung im Kampf gegen Oger und einen Gronn sterben. Sicher ist: Garad starb nicht bei den Frostwölfen und hinterließ Durotan die Führung des Klans. Garadar bewahrt daher nicht nur den Namen eines Häuptlings, sondern die Erinnerung an eine Gemeinschaft, die sich fuer den Schutz Kranker von ihrer eigenen Heimat trennte.