Ehre und StärkeBlackmoore
N'raqi
Volk

N'raqi

Die als Gesichtslosen bekannten Geschöpfe der Alten Götter, die im Schwarzen Imperium Aqir und Kultisten zu Heeren formten und nach Jahrtausenden in den Tiefen wieder erwachten.

Gesichter ohne Gesicht

N'raqi werden meist Gesichtslose genannt. Ihre Körper wirken, als hätte Fleisch versucht, eine Gestalt anzunehmen und sich im letzten Augenblick gegen Augen, Mund und vertraute Ordnung entschieden. Tentakel hängen dort, wo andere Wesen ein Gesicht tragen. Gerade diese Fremdheit machte sie für spätere Kultisten zu lebenden Zeichen einer Macht, die keine Ähnlichkeit mit ihren Dienern braucht.

Sie entstanden in Azeroths Urzeit aus der verderbten organischen Masse der Alten Götter und ihrer Leerenmacht. N'raqi sind keine bloßen Tiere. Sie denken, befehligen und setzen Magie ein. Ihre fanatische Bindung an die Alten Götter verbindet Intelligenz mit einem Willen, der kaum von der Absicht des jeweiligen Meisters zu trennen ist.

Aufseher des Schwarzen Imperiums

Im Schwarzen Imperium dienten die N'raqi als Befehlshaber und Aufseher. Aqir errichteten Zitadellen und Tempelstädte um die gewaltigen Leiber der Alten Götter; Gesichtslose trieben die Arbeit voran und ordneten chaotische Heere. Sie gaben dem Albtraum Verwaltung, Rang und militärische Richtung.

Dabei kämpften die Diener verschiedener Alter Götter auch gegeneinander. N'Zoth, C'Thun, Yogg-Saron und Y'Shaarj teilten kein friedliches Reich. Ihre Gebiete rangen um Vorherrschaft, und die N'raqi führten Kriege, die lange vor den ersten sterblichen Königreichen ganze Landschaften verwüsteten. Fanatische Treue bedeutete nicht Einheit, wenn die Herren selbst Rivalen waren.

Unter Stein gebannt

Die titanengeschmiedeten Armeen stürzten das Schwarze Imperium. Als die Alten Götter eingekerkert wurden, verschwanden viele N'raqi mit ihnen in den Tiefen. Die geordnete Welt baute Berge, Städte und Wege über Gefängnisse, deren Bewohner Zeit anders maßen als die Völker an der Oberfläche.

Ein gesichtsloser Diener musste kein Reich gründen, um zu überdauern. Er wartete nahe dem Körper seines Gottes, bewachte eine Kammer oder blieb in einer Spalte, bis ein Erdbeben, ein Kult oder ein gebrochenes Siegel den Weg öffnete. So wurde das Wiederauftauchen der N'raqi stets zum Hinweis, dass die sichtbare Gefahr nur ein Ausläufer von etwas Tieferem war.

Rückkehr in den Tiefen

In Azjol-Nerub stießen Arthas und Anub'arak auf Gesichtslose, die unter dem nerubischen Reich lauerten. Später erschienen sie nahe Yogg-Sarons Gefängnis in Ulduar, in Tiefenheim, Vashj'ir und an vielen Orten, die von den Alten Göttern berührt waren. Sie machten aus geografisch getrennten Krisen Teile derselben uralten Geschichte.

Der Schattenhammer beschwor und führte N'raqi im Kataklysmus. Unter N'Zoths Einfluss griffen sie erneut offen an, als Ny'alotha in Azeroths Wirklichkeit drängte. Kultisten mochten sich freiwillig der Leere ergeben haben; die Gesichtslosen waren die Offiziere, die aus Vision, Angst und Wahnsinn eine brauchbare Front formten.

Der Wille hinter den Tentakeln

N'raqi werden leicht auf ihr Aussehen reduziert. Doch ihre eigentliche Bedeutung liegt in ihrer Funktion. Sie sind der Punkt, an dem das unverständliche Flüstern eines Alten Gottes zu einem verständlichen Befehl wird. Unter ihnen marschieren andere Wesen in Reihen, bauen Belagerungsgeräte und bewachen Tore. Das Chaos erhält Hände.

Darum kündigt ein Gesichtsloser mehr an als einen einzelnen Kampf. Seine Gegenwart sagt, dass irgendwo ein alter Wille wieder Reichweite gewinnt. Die N'raqi brauchen kein eigenes Gesicht, weil sie das ihres Meisters tragen sollen. Und doch zeigt gerade ihre beständige Gestalt, dass selbst die Leere, die mit unendlichen Möglichkeiten lockt, für ihre Herrschaft erstaunlich feste Werkzeuge verlangt.