Ehre und StärkeBlackmoore
Kezan
Welt

Kezan

Die vulkanische Heimat der Goblins, wo Kaja'mit aus Sklaven Erfinder machte, Kartelle den Aufstand beerbten und selbst der Weltuntergang zum Geschäft wurde.

Die Insel unter dem Vulkan

Kezan liegt in der Südsee, grün an der Oberfläche und von Feueradern durchzogen. Über der Insel ragt der Vulkan Kajaro auf; darunter ziehen sich Minen, Lavaröhren und die gewaltigen Kavernen der Lorenstadt durch den Fels. Für fremde Seeleute war Kezan lange ein Hafen des Handels. Für die Goblins ist es mehr: die Heimat ihrer Befreiung und zugleich der Ort, an dem aus Freiheit ein unerbittlicher Markt wurde.

Nach der Großen Teilung fanden Goblins auf der Insel Zuflucht. Später entdeckten die Zandalari dort Kaja'mit, ein seltenes Erz mit außergewöhnlicher Wirkung. Sie zwangen die Goblins über Jahrtausende, tief unter Kajaro danach zu graben. Der Staub, den die Sklaven einatmeten, weckte und steigerte ihren Verstand. Werkzeuge wurden zu Maschinen, Abfälle zu Sprengsätzen, heimliche Einfälle zu einem Aufstand.

Erfinder der eigenen Ketten

Die Goblins vertrieben ihre Unterdrücker mit Waffen, Fallen und Explosionen, die sie aus allem gebaut hatten, was in den Minen zu finden war. Es war eine Befreiung durch Einfallsreichtum. Doch als die alten Herren verschwanden, entstand keine gemeinschaftliche Ordnung. Handelsprinzen und Kartelle übernahmen die Macht. Klugheit wurde Ware, Erfindung zum Wettbewerb und beinahe jede Beziehung zu einem Vertrag, dessen Kleingedrucktes gefährlicher sein konnte als eine Bombe.

Als die zugänglichen Kaja'mitvorräte schwanden, ließ auch die gesteigerte Genialität der Goblins nach. Ihre Technik wurde unzuverlässiger, aber ihr Geschäftssinn blieb. Kezan entwickelte sich zum Handelszentrum, in dem Werkstätten, Banken, Reklame und Betrug denselben Straßenraum teilten. Die Lorenstadt unter der Insel wurde zum politischen und wirtschaftlichen Herzen der Kartelle; Bilgewasserhafen an der Küste zeigte deren Reichtum mit der Lautstärke einer nie endenden Verkaufsveranstaltung.

Der Tag, an dem Kajaro erwachte

Beim Kataklysmus flog Todesschwinge über Kezan und setzte Kajaro in Brand. Der Vulkan brach aus, die Erde bebte, Lava und Flutwellen zerstörten Bilgewasserhafen. Jastor Gallywix verkaufte den eigenen Leuten Plätze auf seinem Schiff und versuchte später sogar, die Flüchtlinge zu versklaven. Der Untergang enthüllte damit nicht nur die Zerbrechlichkeit der Insel, sondern die ganze Logik seiner Herrschaft: Auch in der Katastrophe sollte Rettung denen gehören, die zahlen konnten.

Die Flüchtlinge des Bilgewasserkartells strandeten auf den Verlorenen Inseln und fanden über Thrall ihren Weg in die Horde. Kezan selbst war jedoch nicht vollständig verschwunden. Andere Regionen, Häfen und vor allem die Lorenstadt bestanden fort. Unter der verwundeten Oberfläche wurde weiter gegraben, gehandelt und geplant. Selbst Azerit, das Blut der verletzten Welt, erschien manchen zuerst als neue Geschäftsmöglichkeit.

Revolution in der Lorenstadt

Während The War Within kehrt der Konflikt nach Kezan zurück. Gallywix hat sich mit seiner Dunkelschmelze tief in der Lorenstadt verschanzt und aus privater Gewalt eine Armee gemacht. Die übrigen Handelsprinzen verbünden sich gegen ihn. Ihre Revolution ist kein plötzlicher Abschied vom Profit, sondern die Erkenntnis, dass ein Markt unter einem einzigen erpresserischen Herrscher auch für die Gewinner zu eng wird.

Mit Gallywix' Sturz ändert sich Kezan, ohne über Nacht tugendhaft zu werden. Die Insel bleibt laut, gefährlich und von konkurrierenden Interessen geprägt. Doch gerade darin liegt ihr eigentümliches Leben. Goblins überstehen Sklaverei, schwindendes Kaja'mit, einen Vulkanausbruch und die Tyrannei eines Handelsprinzen, weil sie in jeder Ruine noch brauchbare Teile erkennen. Das kann gierig wirken, und oft ist es das auch. Es ist zugleich die Überlebenskunst eines Volkes, das einst aus weggeworfenem Material seine Freiheit baute.