Der Weg nach Stratholme
Stratholme war einst eine der großen Städte Lordaerons, bis verseuchtes Getreide und Arthas Menethils Entscheidung zur Säuberung ihre Straßen in ein Massengrab verwandelten. Jahre später teilten sich zwei Feinde die brennenden Ruinen. Im Westen hielt der Scharlachrote Kreuzzug eine Bastion, ohne zu wissen, dass Balnazzar ihn aus Saidans gestohlenem Körper lenkte. Im Osten bewachten die Diener Baron Totenschwurs Ziggurate, Kristalle und das Schlachthaus der Geißel. Jeder Weg durch die Stadt führte deshalb nicht nur an Gegnern vorbei, sondern durch verschiedene Antworten auf dieselbe Katastrophe: Fanatismus, Untod, Schuld und die Unfähigkeit der Toten, Stratholme loszulassen. In Magistrat Barthilas erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Der Zweite Krieg nahm Barthilas die Eltern und ließ einen Hass auf Orcs zurück, der sein Urteil für Jahre beherrschte. Er wurde Paladin der Silbernen Hand und diente Tirion Fordring auf Burg Mardenholde als Schüler und Stellvertreter. In seiner Hingabe lag echte Stärke. Als Tirion schwer verwundet gefunden wurde, heilte Barthilas die ganze Nacht, bis die Knochen seines Meisters wieder zusammengefügt waren.
Eitrigg und die Grenze seiner Treue
Nach der Rettung nahm Barthilas sofort an, ein Orc müsse Tirion angegriffen haben. Mit Saidan Dathrohan suchte er die Umgebung ab und fand Eitrigg. Als Tirion den Orc verteidigte, verwandelte sich die Treue des Schülers in Anklage. Barthilas sagte im Prozess gegen seinen Meister aus und trug zu dessen Ausschluss aus der Silbernen Hand bei. Hass erschien ihm gerechter als das Zeugnis des Mannes, dem er sein Leben und seine Ausbildung verdankte.
Barthilas plante Folter und Hinrichtung Eitriggs. Als Thralls Horde den Gefangenen befreite, traf ihn ein Speer in die Brust, doch er überlebte. Nach Tirions Verbannung übernahm er zunächst Mardenholde. Später ging der Titel an Taelan Fordring, während Barthilas zum Magistrat von Stratholme aufstieg. Seine Laufbahn wuchs aus einem Urteil, dessen moralische Blindheit er nie sichtbar überwand.
In Stratholme war Barthilas kein fernes Symbol, sondern der Mann, an den verängstigte Bürger ihre Fragen richteten. Als Gerüchte über verseuchtes Getreide umgingen, versuchte er im Rathaus, die Menge zu beruhigen. Er kannte das ganze Ausmaß der Falle nicht. Der frühere Ankläger stand nun vor Menschen, die ebenfalls nach einem schnellen, eindeutigen Urteil verlangten, während außerhalb bereits Arthas' Soldaten eintrafen.
Ein Unschuldiger in Arthas' Säuberung
Barthilas starb mit den Bewohnern, die der Prinz töten ließ. Seine frühere Härte gegen Eitrigg machte ihn nicht schuldig an der Seuche, und seine Fehler nahmen ihm nicht das Recht zu leben. Stratholme verweigerte einfache Abrechnungen. Ein Mann konnte zugleich ungerecht gehandelt haben und unschuldig dem Befehl eines anderen zum Opfer fallen.
Der Lichkönig erhob Barthilas als massigen Wiedergänger und setzte ihn an den Zugang zur östlichen Stadt. Betraten Eindringlinge den Dienstboteneingang, schlug der ehemalige Magistrat Alarm und eilte tiefer zu Rivendares Toren. Aus dem Verwalter einer lebenden Stadt wurde ein Wächter ihrer Besatzer. Seine Ortskenntnis diente nun jener Macht, die das verseuchte Getreide und damit die Panik überhaupt hervorgebracht hatte.
Das letzte Amt in den Ruinen
Barthilas fiel schließlich durch Abenteurer. Später sprach Rivendare spöttisch davon, seine Stelle als Bürgermeister sei frei. Der Satz fasste die Herrschaft der Geißel zusammen: Titel blieben, obwohl Bürger, Rat und Recht verschwunden waren. Barthilas' Geschichte endet nicht als einfache Strafe für seinen Hass. Sie endet als Warnung, dass ein Amt seinen Sinn verliert, wenn nur noch die Macht übrig ist, die den Namen daraufsetzt.