Der Tüftler und sein Freund
Gelbin Mekkadrill studierte in Gnomeregan, einer Stadt, in der ein guter Gedanke mehr Gewicht besitzen konnte als ein alter Familienname. Gemeinsam mit Sicco Thermadraht schloss er die Universität ab. Sicco schenkte ihm eine Brille mit Mithrilrand, und aus Studienkameraden wurden Erfinder, Berater und schließlich Rivalen, lange bevor Gelbin die Tiefe dieses letzten Wortes verstand.
Gelbin baute den ersten funktionierenden Roboschreiter, arbeitete an Belagerungsmaschinen und half, die Tiefenbahn zwischen Eisenschmiede und Sturmwind zu verwirklichen. Die Gnome wählten ihn zum Hochtüftler. Er gewann ihr Vertrauen durch Lösungen, nicht durch Erbrecht. Für Sicco wurde jeder Erfolg des Freundes zum Beweis, dass die Welt den Falschen bewunderte.
Der Fall Gnomeregans
Troggs drangen aus der Tiefe in die Stadt ein. Thermadraht riet Gelbin zu einer verzweifelten Maßnahme: Strahlung sollte die Eindringlinge töten und Gnome verschonen. Gelbin stimmte zu. Das Gift traf sein eigenes Volk, verwandelte viele Überlebende in Aussätzige und machte große Teile der Hauptstadt unbewohnbar.
Sicco hatte die Katastrophe nicht nur falsch eingeschätzt. Er nutzte und förderte sie, um selbst nach der Macht zu greifen. Gelbin entkam mit einem Teil der Bevölkerung nach Dun Morogh. Dass die Gnome ihn nicht absetzten, nahm ihm die Schuld nicht. Er hatte auf den Rat eines Freundes vertraut und unter Zeitdruck entschieden; den Befehl hatte dennoch er gegeben. Von da an war jede neue Erfindung auch der Versuch, eine einzige verheerende Lösung zu beantworten.
Ein Volk im Exil
Die Zwerge nahmen die Gnome in Eisenschmiede auf. Gelbin band sein Volk enger an die Allianz und stellte seine Maschinen in deren Kriege. Gleichzeitig plante er die Rückkehr. Bei der Operation Gnomeregan gewann seine Armee die Oberfläche und obere Bereiche zurück, musste sich aber vor einer weiteren Strahlenwaffe Thermadrahts erneut zurückziehen.
Der Teilerfolg schmerzte, war jedoch kein völliges Scheitern. Neu-Tüftlerstadt entstand vor den Toren, und die Gnome besaßen wieder einen festen Griff an ihrer Heimat. Gelbin lernte, dass eine Stadt nicht durch den kühnsten Einzelangriff zurückkehrt. Reinigung, Versorgung und die Geduld der Vertriebenen verlangten weniger glänzende, aber verlässlichere Arbeit.
Ein Herz zwischen Maschinen
Im Vierten Krieg führte Gelbin Allianztruppen beim Angriff auf Dazar'alor. Seine Kampfmaschine wurde überwunden, und der Hochtüftler erlitt tödliche Verletzungen. Eine Kapsel hielt ihn in Stasis, weil weder gnomische Medizin noch gewöhnliche Magie sein Herz wieder in Gang setzen konnten.
Kelsey Stahlfunken brachte ihn nach Mechagon. Dort verband ein Reaktor aus König Mechagons Maschinen organisches Leben und Technik gerade weit genug, um Gelbin zu retten. Nach dem Erwachen half er Prinz Erazmin, die Stadt vollständig von den letzten Loyalisten des wahnsinnigen Königs zu befreien. Der Mann, der einst durch eine Maschine fast sein ganzes Volk vergiftet hatte, verdankte sein Leben nun einer anderen Maschine und einer Gemeinschaft, die selbst über den richtigen Anteil von Fleisch und Mechanik gestritten hatte.
König eines vereinten Gnomevolkes
Erazmin wollte Gnomeregan und Mechagon wieder zusammenführen und bat Gelbin um Führung. Gelbin nahm nur unter der Bedingung an, dass der Prinz als Berater und Freund an seiner Seite blieb. Beide Völker riefen ihn zum König der Gnome aus, zum ersten gemeinsamen Monarchen seit Jahrhunderten.
Der Titel klingt anders als das gewählte Amt des Hochtüftlers. Gelbins beste Rechtfertigung liegt deshalb nicht in einer Krone, sondern in seiner Haltung zum Rat. Thermadraht hatte Freundschaft zur heimlichen Konkurrenz gemacht; Erazmin sollte ausdrücklich widersprechen und mittragen. Gelbin bleibt Erfinder, weil er die Vergangenheit nicht reparieren kann wie ein Zahnrad. Er kann nur eine Ordnung bauen, in der kluge Köpfe einander prüfen, bevor die nächste brillante Lösung wieder eine ganze Stadt kostet.