Mashan'she, die schöne Erde
Bevor Staub und grauer Fels das Land prägten, kannten die Tauren die Region als Mashan'she, die schöne Erde. Wälder und offene Weiden lagen zwischen den Bergen Westkalimdors. Der Halbgott Cenarius hatte einen Sohn namens Zaetar, der wie sein Vater mit der Natur verbunden war. Zaetar begegnete Theradras, der gewaltigen Elementarprinzessin der Erde, und verliebte sich in sie.
Aus ihrer Verbindung gingen die ersten Zentauren hervor. Doch diese Kinder vereinten die Kraft der Erde mit einer wilden, gewalttätigen Natur. Sie wandten sich gegen Zaetar und töteten ihren eigenen Vater. Theradras barg seinen Leichnam in den Höhlen von Maraudon. Ihre Macht und ihre Trauer entzogen dem umliegenden Land einen großen Teil seiner Lebenskraft. Mashan'she verdorrte und wurde zu Desolace.
Die Zentaurenclans
Die Nachkommen Zaetars breiteten sich über die Ebene aus und teilten sich in mehrere Clans. Kolkar, Gelkis, Magram, Maraudine und andere Gruppen kämpften um Wasser, Jagdgründe und Vorrang. Ihre Feindschaften waren so tief, dass Außenstehende Bündnisse mit einem Clan schließen konnten, indem sie gegen einen anderen vorgingen.
Für die Tauren wurden die Zentauren zu einer existenziellen Bedrohung. Jahrhundertelang jagten sie die nomadischen Stämme durch Kalimdor. Erst Cairnes Bündnis mit Thralls Orcs gab den Tauren genug Kraft, sich in Mulgore dauerhaft niederzulassen. Desolace blieb dennoch das Kernland vieler Zentauren und damit eine Erinnerung an jene Verfolgung.
Maraudon und Theradras
Im Osten Desolaces lag Maraudon, zugleich Heiligtum der Zentauren und Grab Zaetars. In seinen Tiefen herrschte Prinzessin Theradras. Satyrn, Elementare und verdorbene Pflanzenwesen füllten die Höhlen, während Zaetars Geist an den Ort gebunden blieb. Die Zentauren verehrten ihre Mutter, obwohl ihre Macht das Land weiterhin auszehrte.
Als Theradras besiegt wurde, konnte Zaetars Geist endlich sprechen. Sein Schicksal erklärte, weshalb die Geschichte der Zentauren mit Vatermord und Zerrissenheit begann. Der Sieg in Maraudon löste nicht sofort alle Folgen, nahm der Verwüstung aber ihren ältesten Mittelpunkt.
Kodos, Dämonen und Küstensiedlungen
Im Zentrum lag der Kodo-Friedhof, zu dem alte Tiere am Ende ihres Lebens wanderten. Für die Tauren besaß dieser Ort eine stille Würde; für Aasfresser und Händler waren die Knochen eine Ressource. An der Westküste errichteten die Dunkelspeertrolle den Schattenfluchtposten, während die Allianz bei Nijelspitze Stellung hielt.
Zugleich suchten Dämonen und der Brennende Klingenklan die abgelegenen Täler auf. In Mannorocs Koven und der Schattenbruchschlucht blieben Spuren der Legion zurück. Desolace verband damit die sehr alte Tragödie Zaetars mit jüngeren Versuchen, ein bereits verwundetes Land weiter auszunutzen.
Die Rückkehr des Grüns
Nach dem Kataklysmus begann sich ein Teil Desolaces sichtbar zu erholen. Im Gebiet der Cenarischen Wildnis breitete sich Pflanzenleben aus. Druiden und Mitglieder des Cenariuszirkels unterstützten die Regeneration. Das Grün erfasste nicht sofort die gesamte Region, bewies aber, dass Theradras' lange Herrschaft keine unveränderliche Zukunft bestimmt hatte.
Desolace bleibt deshalb ein Land zwischen Verwüstung und Heilung. Seine Zentauren tragen die Folgen eines uralten Familienbruchs, Maraudon bewahrt dessen Ursprung, und jeder neue Hain zeigt, dass selbst eine über Jahrtausende ausgezehrte Landschaft nicht vollständig verloren sein muss.