Ein Grubenlord hinter Mauern
Argaloth gehörte zu den Annihilan, die auf Azeroth meist Grubenlords genannt werden. Diese gewaltigen Dämonen waren nicht bloß schwere Soldaten der Brennenden Legion. Viele von ihnen führten eigene Heere, verbreiteten Teufelsmagie und benutzten ihr Blut, um andere Völker zu verderben. Mannoroth hatte gezeigt, wie weit diese Macht reichen konnte, als sein Blut die Orcs an die Legion band.
Wann und unter welchen Umständen Argaloth gefangen wurde, ist nicht im gleichen Maß überliefert wie die Geschichte bekannterer Grubenlords. Sicher ist, dass man ihn in die Baradinfestung brachte, das magisch gesicherte Gefängnis auf Tol Barad. Ein Wesen seiner Größe und Herkunft dort einzuschließen, bedeutete, dass weder eine gewöhnliche Hinrichtung noch ein einfacher Bann als ausreichend galten.
Die Festung verliert die Kontrolle
Der Kataklysmus erschütterte Tol Barad und beschädigte die Schutzzauber des Gefängnisses. Während Horde und Allianz auf der Insel um Gelände und Befestigungen kämpften, brach Argaloth aus seiner Zelle aus. Er entkam nicht bis in die offene Welt, doch innerhalb der Festung genügte seine Freiheit, um Wärter und neue Besatzer gleichermaßen zu bedrohen.
Argaloth handelte dabei nicht als Feldherr eines neuen Legionsangriffs. Es gab keinen großen Plan, den er im Namen Sargeras' ausführte. Er war ein eingesperrter Dämon, der die Schwäche seines Kerkers nutzte. Gerade diese Schlichtheit machte die Lage gefährlich: Für eine Katastrophe brauchte es keinen Befehl von außen, nur eine beschädigte Tür.
Feuer, Finsternis und rohe Gewalt
Im Kampf verband Argaloth die Körperkraft eines Grubenlords mit Feuer- und Schattenmagie. Diese Verbindung war typisch für die Annihilan. Sie sollten Gegner nicht nur niederwerfen, sondern ganze Formationen auseinanderbrechen und das Schlachtfeld so verwüsten, dass Widerstand kaum wieder organisiert werden konnte.
Dass Argaloth in einem geschlossenen Gefängnistrakt gestellt wurde, verschärfte die Gefahr. Die Mauern, die ihn von Azeroth fernhalten sollten, begrenzten zugleich die Bewegungsfreiheit jener, die ihn aufhalten mussten. Sein Gefängnis wurde damit für kurze Zeit zu seiner stärksten Waffe.
Der erste Gefangene, nicht der letzte
Nach Argaloths Niederlage blieb die Baradinfestung in Betrieb, doch ihr grundsätzliches Problem war nicht gelöst. Die Schutzzauber waren weiterhin beschädigt, der Fraktionskrieg um Tol Barad ging weiter, und niemand konnte sicher sagen, welche Insassen in den tieferen Bereichen noch lebten.
Später folgten Occu'thar und Alizabal. Sie standen nicht unter Argaloths Befehl und setzten seinen Feldzug nicht fort. Gemeinsam bilden sie vielmehr eine Chronik des schrittweisen Versagens: Mit jeder geöffneten Zelle zeigte sich deutlicher, dass die Festung nach dem Kataklysmus nur noch dem Namen nach ein sicheres Gefängnis war.
Argaloths Platz in der Geschichte
Argaloth veränderte die Welt nicht wie Mannoroth oder Magtheridon. Seine Bedeutung liegt in dem Moment, den er sichtbar macht. Der Kataklysmus riss nicht nur Täler auf und überflutete Küsten. Er beschädigte auch jene magischen Systeme, mit denen frühere Generationen ihre gefährlichsten Feinde gebändigt hatten.
Sein Ausbruch zwang die jeweiligen Herren Tol Barads, Verantwortung für ein Gefängnis zu übernehmen, dessen Inhalt sie nicht geschaffen hatten. Argaloth war deshalb weniger der Beginn eines neuen Krieges als die erste Warnung: Unter den Füßen der kämpfenden Armeen lag eine Sammlung alter Gefahren, und die Mauern zwischen ihnen und Azeroth wurden dünner.