Wo die Wege der Horde zusammentreffen
Im nördlichen Brachland kreuzen sich die Straßen nach Orgrimmar, Donnerfels, Ratschet und Eschental. Die Horde errichtete dort einen befestigten Außenposten. Seine Lage war wichtiger als seine Größe: Boten wechselten Pferde, Karawanen sammelten sich, Jäger brachten Vorräte, und Krieger erhielten Aufträge für die umliegenden Ebenen.
Das Wegekreuz entstand in einer Zeit, in der Thralls Bündnis noch jung war. Orcs, Tauren und Dunkelspeertrolle mussten erst lernen, dauerhaft zusammenzuarbeiten. In der Siedlung wurde diese politische Idee zum Alltag. Verschiedene Sprachen und Bräuche trafen aufeinander, weil jeder, der das Brachland durchquerte, früher oder später an denselben Brunnen und Wachfeuern vorbeikam.
Gefahren vor den Palisaden
Stacheleber griffen von ihren Dornensiedlungen aus an, Harpyien bedrohten die nördlichen Wege und Zentauren bewegten sich durch die südlichen Ebenen. Für die Wachen war keine dieser Gruppen eine abstrakte Bedrohung. Überfälle trafen Händler, entführten Bewohner und unterbrachen die Versorgung der neuen Siedlungen.
Viele Geschichten des Brachlands begannen deshalb mit einem Namen, einem verlorenen Angehörigen oder einer Karawane, die ihr Ziel nicht erreicht hatte. Mankriks Suche nach seiner Frau wurde zum bekanntesten Beispiel, weil sie die Größe der Ebene und die Hilflosigkeit eines Einzelnen gegenüber ihren Gefahren sichtbar machte.
Grenze zur Allianz
Von den menschlichen Stellungen an der Küste und den Wegen nach Eschental aus drangen Allianztruppen und Abenteurer in das Brachland vor. Das Wegekreuz wurde häufig angegriffen, gerade weil es den Verkehr der Horde bündelte. Wer den Außenposten ausschaltete, störte Verbindungen in mehrere Richtungen zugleich.
Die wiederkehrenden Angriffe machten aus einer Versorgungssiedlung ein Symbol. Für die Horde stand das Wegekreuz für den Anspruch, im neuen Land bleiben zu dürfen. Für Feinde war es der sichtbare Beweis, dass sich die Orcs und ihre Verbündeten dauerhaft in Kalimdor eingerichtet hatten.
Alltag in einem jungen Bündnis
Zwischen den Angriffen blieb das Wegekreuz ein bewohnter Ort. Schmiede reparierten Ausrüstung, Wirte versorgten Reisende, Flugmeister verbanden den Posten mit entfernten Städten. Gerade diese gewöhnlichen Aufgaben machten die Siedlung politisch wichtig. Ein Bündnis besteht nicht nur aus gemeinsamen Schlachten, sondern aus Wegen, auf denen Nahrung, Briefe und Menschen sicher ankommen.
Die Tauren brachten ihre Kenntnis der Ebenen ein, Orcs stellten viele Wachen und Handwerker, Trolle jagten und handelten. Das Wegekreuz war damit eine kleine Darstellung der Horde selbst: keine vollständig einheitliche Kultur, sondern mehrere Völker, die aus Not und wachsender Loyalität eine gemeinsame Infrastruktur aufbauten.
Nach der Teilung des Brachlands
Der Kataklysmus riss eine gewaltige Schlucht durch das Brachland. Viele alte Routen wurden unbrauchbar, doch das Wegekreuz lag weiterhin an den wichtigsten Straßen des Nordens. Seine Bedeutung nahm eher zu, weil Umwege und zerstörte Brücken zuverlässige Sammelpunkte noch wertvoller machten.
Die Siedlung besitzt keine prächtigen Paläste und keine uralten Artefakte. Ihre Geschichte liegt in ihrer Funktion. Das Wegekreuz hielt die junge Horde zusammen, weil es Bewegung ermöglichte. In einem Kontinent voller großer Entfernungen wurde eine staubige Kreuzung zu einem der Orte, an denen aus einem Kriegsbündnis eine dauerhafte Gemeinschaft entstand.