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Scharlachrote Hallen
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Scharlachrote Hallen

Die Scharlachroten Hallen waren Ausbildungsstätte und Waffenkammer des Scharlachroten Kreuzzugs. Nach den großen Niederlagen des Ordens hielt die Anlage an einem Glauben fest, der jeden Fremden zum möglichen Diener der Geißel erklärte.

Ein Orden nach dem Fall Lordaerons

Der Scharlachrote Kreuzzug war aus dem Widerstand gegen die Geißel hervorgegangen. Viele seiner Mitglieder hatten Familien, Städte und Freunde an die Untoten verloren. Aus berechtigter Angst wurde mit der Zeit eine fanatische Lehre: Wer nicht eindeutig zum Kreuzzug gehörte, konnte infiziert, verdorben oder bereits ein Feind sein.

Diese Haltung überdauerte den Tod zahlreicher Anführer. Selbst nachdem die Geißel geschwächt und der Lichkönig gefallen war, bestand der Kreuzzug fort. Seine Festungen bewahrten eine Welt, in der der Krieg nie enden durfte, weil ohne ihn die Opfer und Grausamkeiten des Ordens neu bewertet werden müssten.

Ausbildung in den Hallen

Die Scharlachroten Hallen dienten als Kaserne, Übungsplatz und Waffenkammer. Hier wurden neue Rekruten gedrillt, Hunde für die Jagd abgerichtet und Waffen für weitere Feldzüge gelagert. Die Anlage stellte sicher, dass aus Angst immer neue Soldaten entstanden.

Hundeführer Braun führte Jagdtiere, die Flüchtende aufspüren und zerreißen sollten. Seine Arbeit zeigte, wie weit der Kreuzzug den Kampf gegen Untote mit der Verfolgung Lebender vermischt hatte. Ein Hund unterschied nicht zwischen Infizierten und Angeklagten; er folgte dem Geruch und dem Befehl seines Herrn.

Waffenmeister Harlan

Harlan war ein erfahrener Kämpfer und Ausbilder der Scharlachroten. Er sollte Rekruten nicht nur im Schwertkampf unterrichten, sondern in der Vorstellung, dass Zögern bereits Verrat bedeute. Seine schweren Waffen und schnellen Angriffe machten aus der Übungshalle einen Ort unmittelbarer Gewalt.

Wie viele Mitglieder des Ordens konnte Harlan sich als Verteidiger der Menschheit verstehen. Das Problem lag nicht in seinem Wunsch, Menschen vor der Geißel zu bewahren. Es lag in einer Lehre, die jede Grenze für zulässig erklärte, sobald sie im Namen dieses Schutzes überschritten wurde.

Flammenwirker Koegler und die gefährliche Erinnerung

Koegler bewachte die Bibliothek und die schriftlichen Bestände der Hallen. Er war bereit, Bücher zu verbrennen, wenn ihr Wissen den Kreuzzug gefährden oder seinen Gegnern nützen konnte. Feuer wurde damit nicht nur als Waffe gegen Untote benutzt, sondern gegen Erinnerung und abweichende Wahrheit.

Ein fanatischer Orden braucht eine kontrollierte Vergangenheit. Berichte über eigene Irrtümer, Manipulation oder unschuldige Opfer konnten neue Rekruten zweifeln lassen. Koeglers Flammen schützten deshalb weniger Geheimnisse als eine Erzählung, in der der Kreuzzug immer recht behalten musste.

Die Hallen werden geöffnet

Als die Scharlachroten Hallen gestürmt wurden, verloren die verbliebenen Kreuzfahrer einen zentralen Ort ihrer Ausbildung und Versorgung. Der Weg führte von dort weiter in das Scharlachrote Kloster, wo die religiöse Führung und die tiefere Geschichte des Ordens warteten.

Die Anlage gehört zeitlich nicht zu Pandarias inneren Konflikten, wurde aber in derselben Epoche erneut zugänglich, weil alte Probleme der Östlichen Königreiche fortbestanden. Während in Pandaria Mogu und Sha erwachten, zeigte der Kreuzzug in Lordaeron eine andere Form des Nachlebens: Ein Krieg kann enden, doch eine Institution, die von ihm lebt, sucht Gründe, ihn weiterzuführen.