Ehre und StärkeBlackmoore
Hundemeister Braun
Bosse

Hundemeister Braun

Hundemeister Braun züchtete eine wilde Hundemeute, deren feine Nasen Untote am Geruch der Verwesung erkennen sollten. Doch der Scharlachrote Kreuzzug ließ sie ebenso Lebende jagen. Braun verlangte blinden Gehorsam, bis seine misshandelten Tiere sich im Augenblick seines vermeintlichen Sieges gegen den eigenen Herrn wandten.

Der Weg nach Scharlachrote Hallen

In den Scharlachroten Hallen erzog der Kreuzzug neue Generationen für einen Krieg, dessen ursprünglicher Zweck längst in Fanatismus erstarrt war. Hunde lernten den Geruch von Untoten und Lebenden zu jagen, Initianden übten mit jeder verfügbaren Waffe, und Magier verbrannten die Aufzeichnungen über eigene Fehler. Ausbildung bedeutete dort nicht Erkenntnis, sondern die sorgfältige Herstellung von Menschen, die keinen Zweifel an ihrem nächsten Befehl zuließen. In Hundemeister Braun nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Untote konnten Rüstung tragen, Stimmen nachahmen und aus der Entfernung beinahe menschlich wirken. Den Geruch des Verfalls verbargen sie schwerer. Der Scharlachrote Kreuzzug erkannte darin einen Vorteil, den kein erfahrener Soldat so zuverlässig nutzen konnte wie ein Hund. Braun erhielt die Aufgabe, Tiere zu züchten und auszubilden, deren Nasen den Feind fanden, bevor menschliche Augen Gewissheit besaßen.

Eine Meute für jeden Gegner

Brauns Hunde jagten nicht nur Untote. Das Kompendium des Kreuzzugs nannte Lebende und Tote im selben Atemzug, sobald sie als Gegner galten. Damit wurde aus einer möglichen Schutzaufgabe ein Werkzeug grenzenloser Verfolgung. Die Tiere konnten nicht beurteilen, ob der Geruch vor einer Seuche warnte oder ob ihr Herr nur einen weiteren Menschen zum Feind erklärt hatte.

Braun nannte seine Tiere gehorsam und erwartete, dass jeder Ruf sofort in Zähne und Bewegung überging. Er behandelte sie nicht als Gefährten, sondern als Verlängerung seines Willens. Wer zögerte oder im Kampf versagte, hörte Drohungen statt Hilfe. Die Meute lernte, dass Nähe zum Herrn Futter und Aufgabe brachte, aber ebenso Strafe, sobald sie seine Erwartungen nicht erfüllte.

Im Kampf warf Braun Klingen durch die Reihen seiner Gegner und sprang mit einem Wirbel aus Stahl auf einzelne Ziele. Dann rief er Hund um Hund in die Halle. Mensch und Meute bildeten eine Jagdordnung: Die Tiere banden die Beute, während der Meister aus der Entfernung Blut vergoss. Je länger der Kampf dauerte, desto mehr verlangte Braun, ohne selbst mehr Verantwortung für jedes gefallene Tier zu übernehmen.

Die Meute hört den falschen Ton

Als Braun schwer verwundet war, erklärte er sich bereits zum Sieger. Gleichzeitig beschimpfte er die Hunde und drohte, sie nach dem Kampf zu töten. In diesem Augenblick zerbrach der Gehorsam. Die Meute stürzte sich nicht auf die Eindringlinge, sondern auf den Mann, dessen Befehle stets von Gewalt getragen worden waren. Braun starb unter den Tieren, die er für vollständig beherrscht gehalten hatte.

Nach Brauns Tod liefen die Hunde weiter in die Hallen und fielen über scharlachrote Wachen her, die den Zugang versperrten. Ihre Gewalt wurde dadurch nicht plötzlich unschuldig, doch ihre Richtung war nicht länger die des Hundemeisters. Das Ende zeigte die Grenze erzwungener Treue: Ein Tier kann lange gehorchen, aber Misshandlung schafft keinen Bund, der selbst den offenen Verrat des Herrn übersteht.