Ehre und StärkeBlackmoore
Flammenwirker Koegler
Bosse

Flammenwirker Koegler

Koegler unterrichtete die magisch begabten Adepten des Scharlachroten Kreuzzugs und beherrschte vor allem das Feuer. Seine wichtigste Aufgabe war jedoch die Vernichtung der eigenen Vergangenheit. Er verbrannte Bücher und unbezahlbare Artefakte, damit niemand von den Fehlern und der Schande des Ordens erfahren sollte.

Der Weg nach Scharlachrote Hallen

In den Scharlachroten Hallen erzog der Kreuzzug neue Generationen für einen Krieg, dessen ursprünglicher Zweck längst in Fanatismus erstarrt war. Hunde lernten den Geruch von Untoten und Lebenden zu jagen, Initianden übten mit jeder verfügbaren Waffe, und Magier verbrannten die Aufzeichnungen über eigene Fehler. Ausbildung bedeutete dort nicht Erkenntnis, sondern die sorgfältige Herstellung von Menschen, die keinen Zweifel an ihrem nächsten Befehl zuließen. In Flammenwirker Koegler nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Nicht jeder Initiand eignete sich nur für Schwert und Schild. Koegler unterrichtete jene, die eine Begabung für das Arkane zeigten. Feuer war seine Spezialität, doch er verstand sich auch auf die Vorbereitung schneller Zauber und die Führung großer Flammenmengen. In einer anderen Schule hätte dieses Wissen Wärme, Verteidigung oder Erkenntnis dienen können. In den Hallen wurde es nach dem Feindbild des Kreuzzugs geordnet.

Die Archive erzählen eine andere Geschichte

Zwischen den Büchern lagen Berichte über frühere Entscheidungen, Niederlagen und Verbrechen des Ordens. Sie bewahrten eine Wahrheit, die nicht zu der Legende unfehlbarer Reinheit passte. Koegler erhielt oder übernahm die Aufgabe, diese Widersprüche zu beseitigen. Fast alle Schriften, die die wirkliche Geschichte des Scharlachroten Kreuzzugs erzählten, gingen durch seine Hand verloren.

Koegler rief, niemand solle von der Schande des Kreuzzugs erfahren. Er wusste also, dass es etwas zu verbergen gab. Doch Scham führte nicht zum Eingeständnis, sondern zur Vernichtung der Beweise. Jedes verbrannte Buch erleichterte die nächste Lüge. Was nicht mehr gelesen werden konnte, ließ sich neuen Schülern als niemals geschehen erklären.

Feuer unterscheidet nicht

Die Flammen fraßen nicht nur Papier. Untote, Studenten und unbeteiligte Eindringlinge endeten gleichermaßen als Asche, wenn sie Koeglers Ordnung störten. Das Feuer kannte keine Ideologie, und der Magier gab ihm eine Richtung. Gerade deshalb war seine Behauptung von Reinheit so gefährlich: Derselbe Zauber, der angeblich das Böse tilgte, vernichtete ebenso die eigenen Leute und die Erinnerung an ihre Namen.

Im Kampf schickte Koegler Flammen gezielt zu den Regalen. Mutige Gegner konnten sich in ihre Bahn stellen und den Brand am eigenen Körper abfangen. Zugleich ließ er einen gewaltigen Drachenatem durch den Raum kreisen und beschleunigte seine nächsten Zauber. Die Bibliothek wurde zum letzten Schlachtfeld zwischen einer unbequemen Vergangenheit und dem Mann, der lieber alles verbrannte, als sie bestehen zu lassen.

Das Feuer erlischt

Mit Koeglers Tod endete die systematische Vernichtung in dieser Halle. Viele einzigartige Zeugnisse waren bereits verloren, und kein Sieg konnte ihre Worte zurückbringen. Die verbliebenen Bücher erhielten jedoch eine Zukunft. Aus ihnen konnten spätere Leser erkennen, dass der Kreuzzug nicht nur an äußeren Feinden, sondern an der Weigerung zerbrach, die eigene Geschichte auszuhalten.