Ehre und StärkeBlackmoore
Dracthyr
Volk

Dracthyr

Neltharion erschuf die Dracthyr als lenkbare Soldaten aus Drachenmacht und sterblicher Anpassungsfähigkeit. Nach zwanzigtausend Jahren Schlaf ringen ihre Weyrn darum, aus einem erteilten Zweck ein selbst gewähltes Volk zu machen.

Geschaffen für einen Krieg

In Aberrus verband Neltharion die Essenz der fünf großen Drachenschwärme mit der Anpassungsfähigkeit sterblicher Völker. Das Ergebnis waren Dracthyr: Wesen mit drakonischer Gestalt, einer wählbaren Visage und dem Zugriff auf mehrere Arten von Drachenmagie. Ihr Schöpfer nannte sie die ideale Armee gegen Feinde, für die reine Drachen zu unbeweglich und Sterbliche zu schwach seien.

Neltharion gab ihnen Ausbildung, Weyrn und Schuppenkommandanten. Er gab ihnen jedoch keine gleichberechtigte Wahl über den Zweck ihrer Stärke. Ein titanisches Artefakt band ihren Willen an seinen Befehl. Kameradschaft und Stolz innerhalb der Einheiten waren echt, doch über allem lag eine Kontrolle, die Gehorsam nicht erbat, sondern in ihre Existenz schrieb.

Der Augenblick ohne Befehl

Auf der Verbotenen Insel kämpften die Dracthyr gegen Raszageth und die Primalisten. Als das Artefakt der Kontrolle zerstört wurde, spürte Neltharion, dass seine Soldaten nicht länger sicher gelenkt werden konnten. Er griff auf die Leere zurück, besiegte Raszageth und ließ die Dracthyr anschließend in magischen Schlaf versetzen.

Fast zwanzigtausend Jahre vergingen. Als sie erwachten, waren Befehlswege zerbrochen, Gefährten verschollen und Neltharion als Todesschwinge in die Erinnerung der Welt eingegangen. Die Dracthyr verloren nicht nur ihren Anführer. Sie erfuhren, dass die Person, nach deren Anerkennung ihr ganzes Leben ausgerichtet war, seine eigene Familie verraten und Azeroth beinahe zerstört hatte.

Fünf Weyrn, mehrere Antworten

Azurathel führte die Obsidianwächter zur Allianz, Cindrethresh die Dunkelkrallen zur Horde. Viridias Heilschwingen suchten Schutz und Versorgung, Emberthal sammelte die Ebenholzschuppen, während Sarkareth mit der Gespaltenen Flamme nach Neltharions verborgenem Erbe griff. Diese Wege machten aus den Dracthyr kein sauber in zwei Fraktionen geteiltes Volk.

Die Entscheidung für Allianz oder Horde gab manchen eine neue Aufgabe, durfte aber die alte Abhängigkeit nicht nur durch einen anderen Befehl ersetzen. Emberthal suchte vermisste Gefährten und hörte ihren unterschiedlichen Antworten zu. Freiheit erwies sich als unübersichtlich. Nach Jahrtausenden klarer Rangordnung konnte niemand einfach verkünden, wer alle Dracthyr nun seien.

Aberrus und Sarkareths Fall

Sarkareth glaubte, die Macht des Schöpfers gehöre dessen Geschöpfen. In Aberrus suchte er Geheimnisse, die Neltharion verborgen hatte, und nahm die Leere in sich auf. Sein Wunsch nach einem Erbe war verständlich: Die Welt kannte Dracthyr vor allem als Werk eines Verräters, und er wollte ihnen eine Macht geben, die niemand absprechen konnte.

Doch damit wiederholte er Neltharions Grundfehler. Er machte aus anderen Mittel für eine vorgegebene Größe. Sarkareth starb in dem Labor, in dem sein Volk erschaffen worden war. Emberthal blieb bei ihm und erkannte an, dass auch ein fehlgeleiteter Gefährte Teil ihrer Geschichte war. Die Ablehnung seines Weges verlangte nicht, ihn aus der Erinnerung zu schneiden.

Ein Volk nach dem Zweck

Dracthyr lernten später Berufe und Kampfweisen jenseits der Ruferkunst. Jäger, Magier, Priester, Schurken, Hexenmeister und Krieger zeigen sichtbar, dass ihre Fähigkeiten nicht auf Neltharions ursprünglichen Entwurf begrenzt bleiben. Manche dienen in Fraktionen, andere bei Drachen, Expeditionen oder eigenen Gemeinschaften. Visage und Drachengestalt sind dabei keine Verkleidung eines wahren Körpers, sondern Ausdruck einer Identität mit mehreren bewohnten Formen.

Ihr gemeinsamer Ursprung bleibt bestehen. Freiheit verlangt nicht, so zu tun, als hätte es Aberrus, das Kontrollartefakt und den langen Schlaf nie gegeben. Sie verlangt, aus Erinnerung Entscheidungen statt Ketten zu machen. Die Dracthyr wurden als Antwort auf Neltharions Frage erschaffen: Welche Soldaten brauche ich? Ihr Leben nach dem Erwachen stellt eine bessere Frage: Welche Beziehungen, Aufgaben und Namen wählen Wesen, sobald ihr Schöpfer ihnen die Antwort nicht länger befehlen kann?