Ehre und StärkeBlackmoore
Marwyn
Bosse

Marwyn

Marwyn kannte Arthas sein ganzes Leben, diente in der Königswache und betrachtete den Prinzen als Freund. Er zog mit ihm nach Nordend und wurde nach Arthas' Fall ermordet und als Todesritter erhoben. In den Hallen der Reflexion ließ er Leiden zwischen Gefährten wandern und zeigte, wie Arthas frühere Bindung in gemeinsame Verdammnis verwandelte.

Der Weg nach Hallen der Reflexion

Die Hallen der Reflexion waren Arthas' private Kammern und der Ruheort Frostgrams. Hier sprach Uther aus der Klinge, hier erfuhr Jaina oder Sylvanas, dass stets ein Lichkönig bestehen müsse, und hier traten Falric und Marwyn aus der Vergangenheit ihres alten Prinzen. Die Suche nach einer Schwäche endete nicht mit einem Duell, sondern mit einer Flucht vor einer Macht, der selbst die stärksten Anführer nicht standhalten konnten. In Marwyn erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Marwyn war nicht nur Untergebener eines entfernten Thronerben. Er kannte Arthas seit seiner Jugend und sah in ihm einen wirklichen Freund. Als Mitglied der Palastwache und Offizier unter Falric verband er persönliche Nähe mit militärischer Pflicht. Der Prinz war für ihn zugleich Mensch, Kamerad und zukünftiger König.

Durch Lordaeron bis an das Dach der Welt

Während der Seuchenkrise half Marwyn, Truppen zu führen und Operationen zu ordnen. Er folgte Arthas nach Nordend und drang mit Falric, Luc Valonforth und dem Prinzen bis zum letzten Widerstand Mal'Ganis' vor. Der Sieg schien die Entbehrungen zu rechtfertigen, doch er war bereits mit Frostgram errungen und trug den Verrat in sich, den Marwyn noch nicht sehen konnte.

Arthas erlag dem Flüstern der Klinge, tötete Soldaten der Ersten Legion und erhob sie wieder. Auch Marwyn wurde zu einem der frühen Todesritter. Die Freundschaft schützte ihn nicht. Vielleicht machte sie ihn sogar wertvoller, denn ein vertrauter Offizier konnte andere Soldaten leichter führen und die Rückkehr des Prinzen wie Kontinuität aussehen lassen.

Die Mörder in der alten Hauptstadt

Marwyn kehrte neben Falric nach Lordaeron zurück, sah Arthas den eigenen Vater erschlagen und beteiligte sich an der Vernichtung der Hauptstadt. Die beiden ehemaligen Königswächter töteten Bürger und riefen sie als Untote zurück. Ihre neuen Kräfte verwandelten den ursprünglichen Schutzauftrag in sein Gegenteil, ohne den alten Rang ganz auszulöschen.

Nach Falrics Niederlage sandte Marwyn weitere Wellen geisterhafter Soldaten in die Kammer. Die Angreifer kämpften nicht bloß gegen zufällige Untote, sondern gegen Spiegelbilder eines verlorenen Heeres. Erst nach dem zehnten Ansturm trat Marwyn selbst hervor, als müsste jede Schicht der Vergangenheit durchquert werden, bevor der alte Freund sichtbar werden durfte.

Geteiltes Leid und verdorbenes Fleisch

Marwyn verringerte die Lebenskraft seiner Gegner, ließ Brunnen der Verderbnis wachsen und belegte einen Menschen mit gemeinsamem Leiden. Wurde die Wirkung zu früh gebrochen, verteilte sich der verbleibende Schmerz auf die ganze Gruppe. Seine Magie machte Verbindung zur Last: Niemand litt allein, aber jede Hilfe konnte das Leid auf weitere Schultern übertragen.

Als Marwyn fiel, endete der Widerstand der beiden Hauptleute. Ihr Dienst zeigt, was Arthas' Reich aus Nähe machte. Falrics Respekt und Marwyns Freundschaft wurden nicht ausgelöscht; sie wurden entstellt und als Begründung für ewige Gefolgschaft verwendet. In den Hallen standen deshalb keine gesichtslosen Wächter. Es waren Männer, die den Prinzen gekannt hatten und deren Treue er erst im Tod vollständig besitzen konnte.