Eine Vorkai der Wilden Jagd
Korayn ist eine Vorkai aus Ardenwald und trägt den Rang einer Jagdhauptfrau. Die Wilde Jagd, der sie dient, ist keine ständig versammelte Armee. Ihre Jägerinnen und Jäger schützen normalerweise einzelne Haine, überwachen Wege und bekämpfen örtliche Bedrohungen. Erst in Zeiten außergewöhnlicher Gefahr ruft die Winterkönigin die besten von ihnen zu einer gemeinsamen Streitmacht zusammen.
Korayns Rang verbindet unmittelbare Jagderfahrung mit Führung. Sie dient nicht einem persönlichen Revier, sondern dem Schutz Ardenwalds als Ganzem. Ihre Haltung ist klar: Wer den Wald bedroht, wird von ihrer Klinge aufgehalten. Für lange Verhandlungen mit Eindringlingen sieht sie wenig Raum, weil ein verzögerter Eingriff während der Animadürre den Tod ganzer Haine bedeuten kann.
Haine unter Druck
Zu den gewöhnlichen Aufgaben der Wilden Jagd gehörten die Eindämmung der Gorm und die Abwehr bösartiger Spriggans. Während der Krise der Schattenlande kamen die Invasion der Drust und die Streitkräfte Mueh'zalas hinzu. Zugleich fehlte Anima, sodass geschwächte Haine kaum Reserven für ihre Verteidigung besaßen.
Korayn kämpfte an Orten wie Klauenrand und den Glitzerfallhöhen. Als Jagdhauptfrau half sie, die verstreuten Verteidiger zu sammeln und Feinde an den Zugängen zu den Hainen aufzuhalten. Die Wilde Jagd musste dabei zwischen vielen gleichzeitigen Angriffen entscheiden. Nicht jeder Ort konnte sofort gerettet werden, und jeder verlorene Hain verringerte die Kräfte für den nächsten Kampf.
Der Ruf der Jagd
Als die Lage eskalierte, wurde die Wilde Jagd tatsächlich zusammengerufen. Lord Herne führte den Verband, während Offiziere wie Korayn die einzelnen Jäger koordinierten. Ihre Aufgabe bestand nicht in einer einzigen großen Schlacht. Sie mussten Tore sichern, besonders gefährliche Angreifer verfolgen und dafür sorgen, dass Boten und Anima zwischen den überlebenden Hainen reisen konnten.
Korayn verkörpert dabei die unerbittliche Seite Ardenwalds. Das Reich ist nicht nur ein Ort stiller Wildsamen und verspielter Feen. Es besitzt Raubtiere, Jäger und eine Verteidigung, die tödlich wird, sobald der Kreislauf des Waldes bedroht ist. Korayn versteht diesen Kampf nicht als Grausamkeit, sondern als notwendige Begrenzung: Was den ganzen Wald verschlingen würde, darf nicht frei weiterziehen.
Durch Prüfungen verbunden
Ein Mitglied des Nachtfaepakts konnte sich nach bestandenen Prüfungen durch ein Seelenband mit Korayn verbinden. Ein solches Band teilt Kraft und Erfahrungen zwischen zwei Wesen. Korayn stellte ihre Fähigkeiten damit einem Fremden zur Verfügung, der Ardenwald in den weiteren Krieg gegen den Kerkermeister führte.
Die Verbindung beruhte auf bewiesener Verlässlichkeit, nicht auf rascher Vertrautheit. Korayn schätzt erfolgreiche Jagden, klare Aufgaben und Gefährten, deren Kampfstil sie kennt. Mit wachsendem Vertrauen konnte aus der militärischen Zusammenarbeit echte Freundschaft werden. Sie war dann bereit, die Jagd für ein Gespräch zu unterbrechen und einen bewährten Partner nicht mehr nur als zusätzliches Schwert zu betrachten.
Jenseits von Ardenwald
Korayn besuchte auch den Gluthof in Revendreth. Dort interessierte sie weniger die höfische Etikette als die Frage, welche Kreaturen in den verwüsteten Landschaften des Reiches lebten. Narben im Land bedeuteten für sie neue Monster und damit neue Jagden. Die Begegnung führte die Vorkai in eine Kultur, die mit Buße, Rang und gesellschaftlichen Spielen ganz anders umging als Ardenwald.
Solche Kontakte machten aus dem Bündnis der Pakte mehr als eine vorübergehende militärische Zweckgemeinschaft. Korayn konnte Jagdgefährten außerhalb ihres Reiches anerkennen, während die Venthyr eine Vertreterin der Wilden Jagd nicht bloß als exotischen Gast behandelten. Ihre direkte Art blieb dabei unverändert: Freundschaft zeigte sich für sie am deutlichsten darin, gemeinsam einer Gefahr zu folgen.
Schutz für Amirdrassil
Jahre nach dem Krieg gegen den Kerkermeister erschien Korayn im Smaragdgrünen Traum. Die Winterkönigin hatte sie entsandt, um Amirdrassil zu beschützen. Der junge Weltenbaum war mit Ysera, Ardenwald und der Zukunft der Nachtelfen verbunden und wurde von Fyrakks Streitkräften bedroht.
Nach Fyrakks Tod nahm Korayn an der Blüte Amirdrassils auf den Dracheninseln teil. Ihre Anwesenheit zeigt, dass die Verantwortung der Wilden Jagd nicht an der Grenze des Jenseits endete. Wo der Kreislauf von Tod, Traum und neuem Leben eine Verbindung zwischen den Welten schuf, folgte auch seine Verteidigung. Korayn blieb damit genau das, was sie am Klauenrand gewesen war: eine Jägerin, die zwischen einem jungen Hain und allem steht, was ihn vernichten will.