Ein Hüter aus einer älteren Zeit
Knorrenwurzel gehörte zu den Urtumen, jenen gewaltigen Baumwesen, in denen die Wildnis Azeroths Stimme und Gestalt annimmt. Lange bevor Amirdrassil im Smaragdgrünen Traum heranwuchs, kämpfte er an der Seite der Nachtelfen. Als der Krieg der Dornen die Dunkelküste verwüstete, folgte er Malfurion Sturmgrimm und half dabei, die eindringende Horde zurückzudrängen. Seine Stärke entsprang keiner Krone und keinem Eid. Er verteidigte das Land, weil seine Wurzeln mit dessen Leben verbunden waren.
Später fand er im Smaragdgrünen Traum eine neue Aufgabe. Dort bewachten Knorrenwurzel und andere Traumhüter die Wege zu Amirdrassil. Der junge Weltenbaum war aus dem Samen hervorgegangen, den die Winterkönigin und Elune ihrer verlorenen Schwester Ysera anvertraut hatten. Er trug die Hoffnung auf eine neue Heimat für die Kaldorei in sich, doch gerade diese Bedeutung machte ihn zu einem Ziel für Fyrakk.
Die Gefangennahme
Als Fyrakks Streitkräfte in den Traum eindrangen, stießen sie nicht nur auf Mauern und Armeen. Sie mussten lebendige Wächter brechen. Die Zaqali und ihre Verbündeten überwältigten Knorrenwurzel und schleppten ihn tiefer in das Kampfgebiet. Igira die Grausame, eine Meisterin der Folter und des Schmiedens, machte den Gefangenen zu ihrem Werkstück.
Schattenflamme fraß sich in Holz und Saft. Diese unnatürliche Verbindung aus Feuer und Leere verbrannte Knorrenwurzel nicht einfach. Sie verdarb, was ihn zum Hüter gemacht hatte, und ließ die Qual in Gewalt umschlagen. Als die Verteidiger Amirdrassils ihn wiederfanden, stand ihnen kein befreiter Verbündeter gegenüber. Knorrenwurzel griff alles an, was er einst beschützt hatte.
Der Kampf gegen Knorrenwurzel war deshalb kein gewöhnlicher Sieg. Um den Weg in den Traum zu öffnen, mussten die Verteidiger ein Wesen töten, das auf ihrer Seite gestanden hatte. Fyrakks Angriff zeigte damit schon zu Beginn seine eigentliche Grausamkeit: Er vernichtete nicht nur Leben, sondern zwang seine Gegner, selbst Hand an die eigenen Beschützer zu legen.
Knorrenwurzels Tod beendete seine Qual, doch er machte deutlich, wie verletzlich Amirdrassil war. Selbst uralte Naturwesen konnten von Schattenflamme überwältigt werden. Wenn diese Macht die Wurzeln des Weltenbaums erreichte, würde sie nicht an dessen Rinde haltmachen, sondern sich durch den Traum und vielleicht bis nach Azeroth ausbreiten.
Was von Knorrenwurzel bleibt
Seine Geschichte verbindet die Wunden der Dunkelküste mit dem Kampf um eine neue Heimat. Knorrenwurzel hatte gesehen, wie Teldrassil brannte, und half den Überlebenden, sich gegen weitere Zerstörung zu wehren. Dass ausgerechnet er vor Amirdrassil durch Feuer verdorben wurde, verlieh dem Angriff eine bittere Wiederholung.
Amirdrassil sollte den Kaldorei nicht einfach einen Ersatz für Verlorenes geben. Der Baum sollte aus Erinnerung, Trauer und neuer Verantwortung wachsen. Knorrenwurzels Ende erinnerte daran, dass diese Zukunft nicht unberührt aus dem Traum hervortreten würde. Sie musste gegen dieselben Kräfte verteidigt werden, die bereits frühere Heimaten zerstört hatten.