Der Weg nach Tempel von Atal'Hakkar
Der Tempel von Atal'Hakkar sank in den Sümpfen des Elends, doch das Wasser begrub weder den Glauben der Atal'ai noch ihren Plan. In den versunkenen Hallen bewahrten untote Priester, Geister und Wächter die Rituale für Hakkars Rückkehr. Yseras grüner Drachenschwarm sollte das Heiligtum überwachen, geriet aber selbst in den Einfluss des Smaragdgrünen Alptraums. So wurde der Tempel zu einem Ort, an dem zwei Formen der Verderbnis einander nicht aufhoben, sondern gegenseitig tiefer in die Welt zogen. In Eranikus erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Eranikus gehörte zu den mächtigsten grünen Drachen und war Gefährte Yseras. Seine Aufgabe bestand darin, den Smaragdgrünen Traum zu schützen und Gefahren zu erkennen, die zwischen Traum und erwachter Welt wanderten. Als die Atal'ai Hakkar im versunkenen Tempel zurückrufen wollten, vertraute Ysera ihm die Führung der Wache an. Sein Bruder Itharius und vier junge Drachen begleiteten ihn.
Ein Sieg, der zu früh vollständig schien
Eranikus und Itharius zerstörten Hakkars körperliche Erscheinung und glaubten, die Beschwörung beendet zu haben. Der unmittelbare Gegner war gefallen, doch seine dunkle Macht und der Smaragdgrüne Alptraum blieben in den Hallen. Eranikus hatte die sichtbare Gestalt besiegt und die unsichtbare Gefahr unterschätzt. Genau darin fand die Verderbnis ihren Weg zu dem Drachen, der sie hätte eindämmen sollen.
Eranikus und seine Begleiter verloren sich nach und nach. Atal'ai-Blutmagie und Alptraum zogen ihn zwischen den Smaragdgrünen Traum und die körperliche Welt, bis im Tempel nur noch ein gewaltiges Schemen herrschte. Tiefer Schlaf, Säureatem und die rohe Kraft eines grünen Drachen blieben ihm. Seine alte Pflicht ebenfalls: Er rief, dieses Böse dürfe nicht in die Welt gelangen, während er gerade jene bekämpfte, die es aufhalten wollten.
Die Essenz in Ketten
Nach der Niederlage des Schemens blieb Eranikus' Essenz zurück. Er bat darum, sie an einem Quell zu reinigen, wurde jedoch in einem Gegenstand eingeschlossen und flehte um Befreiung durch den grünen Drachenschwarm. Wut und Bitte wechselten einander ab. Selbst getrennt vom Leib war er nicht frei, sondern erneut an ein Gefäß gebunden und darauf angewiesen, dass Sterbliche die Tragweite dessen verstanden, was sie trugen.
Als das Szepter der Sandstürme für die Öffnung Ahn'Qirajs erneuert werden sollte, führte Eranikus' Spur zum Herzen des Smaragdgrünen Traums. Hüter Remulos öffnete am See Elune'ara ein Tor. Daraus trat Eranikus als Tyrann des Traums, begleitet von Alptraumphantasmen und noch immer unter dem Einfluss der Alten Götter. Er verlangte Malfurions Leib und griff jene an, die seine Rückkehr vorbereitet hatten.
Tyrandes Gebet
Remulos und die Verteidiger hielten stand, bis Tyrande Wisperwind mit Priesterinnen des Mondes erschien. Sie beantworteten den verdorbenen Drachen nicht nur mit Waffen. Gemeinsam riefen sie Elunes Macht an und erreichten den Teil von Eranikus, den der Alptraum nicht vollständig ausgelöscht hatte. Er beendete den Kampf, nahm seine Nachtelfengestalt an und bat um Vergebung für das Leid, das er verursacht hatte.
Eranikus kehrte zu Malfurion, Cenarius und Ysera zurück, um im Smaragdgrünen Traum Wiedergutmachung zu suchen. Dennoch blieb ein Schemen im Tempel zurück und wurde weiter mit Hakkars Blut verdorben; selbst spätere Berichte warnten vor ihm. So trennte sich seine Geschichte in Erlösung und Restschuld. Der lebende Wille konnte heimkehren, während eine Spur des Falls am Ort bestehen blieb. Später erschien Eranikus in Yseras Visionen und sehnte eine Wiedervereinigung im Traum herbei. Seine Geschichte behauptet nicht, dass Vergebung die Vergangenheit löscht. Sie zeigt, dass ein Wesen nach tiefster Verderbnis wieder wählen kann, auch wenn sein Schatten noch lange dort wartet, wo die Wahl verloren ging.