Der Weg nach Prüfung des Champions
Die Prüfung des Champions sollte aus erfolgreichen Turnierkämpfern verlässliche Streiter gegen den Lichkönig machen. Nach dem Wettkampf der Städte wartete deshalb eine Prüfung durch das Licht selbst: entweder die Beichte vor einer lebendig gewordenen Erinnerung oder Eadrics unerbittliche Forderung nach Aufmerksamkeit und Überzeugung. Erst danach zeigte der Schwarze Ritter, dass Arthas die Arena längst als Ziel erkannt hatte. In Argentumbeichtpatin Blondlocke erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Auf den Turniergründen sprach Blondlocke zu betenden Champions beider Fraktionen. Hinter dem Beichtschirm hörte sie Geständnisse von Menschen, die bald in eine Festung aus Tod und Seelenmagie ziehen sollten. Ihre Aufgabe bestand nicht darin, Schuld mit wenigen Worten verschwinden zu lassen. Sie sollte helfen, aus Angst, Zweifel und Hass eine Entscheidung zu formen, die auch unter Arthas' Blick noch Bestand hatte.
Glaube vor der verzweifelten Welt
Blondlockes Haltung lässt sich in einem einfachen Gedanken fassen: Gerade angesichts von Verzweiflung und Hass müsse man den eigenen Überzeugungen treu bleiben und weiterkämpfen. Das war kein naiver Optimismus. Rings um das Turnier lagen Eiskrone, die Geißel und die sichtbaren Beweise dafür, wie oft gute Absichten verdorben werden konnten. Glaube bedeutete hier, diese Wirklichkeit zu sehen und dennoch nicht ihre Methoden anzunehmen.
Als Fjola Lichtbann und Eydis Nachtbann rachsüchtige Val'kyr gegen das Gelände führten, trat Blondlocke ihnen offen entgegen. Sie erklärte den Turnierplatz zu einer Bastion des Lichts und besiegte die Angreifer. Priesterin Alorah und Priester Grimmin fesselten die Zwillingsval'kyr. Aus dem Angriff wurde später eine unerwartete Gelegenheit, die gefährlichen Dienerinnen in der größeren Prüfung des Kreuzfahrers zu studieren und zu bekämpfen.
Tirions zweite Prüfung
Nach dem Sieg über die Stadtchampions begegnete eine Gruppe entweder Blondlocke oder Eadric dem Reinen. Tirion ließ damit nicht bloß noch einen stärkeren Gegner antreten. Er stellte seine eigenen Leute in den Weg. Nur wer auch einer Macht des Lichts widerstehen konnte, ohne Mut und Ordnung zu verlieren, sollte den Anspruch erheben, den dunklen Kern der Eiskronenzitadelle zu betreten.
Als Blondlocke schwer verwundet wurde, rief sie eine Erinnerung aus früheren Kämpfen hervor. Das konnten große Dämonen, Drachen, Monster oder andere Feinde sein, deren Gestalt die Gruppe bereits kannte. Die Erinnerung war keine bloße Illusion. Sie griff an, während ein reflektierender Schild die Beichtpatin schützte. Jeder unbedachte Schlag gegen sie kehrte teilweise zum Angreifer zurück.
Die Vergangenheit muss erneut besiegt werden
Die Kämpfer mussten ihre Aufmerksamkeit von Blondlocke lösen und zuerst die Erinnerung überwinden. Damit wurde der Kampf zu einer Beichte ohne Worte. Eine alte Furcht konnte nicht geleugnet oder umgangen werden; sie musste als Teil der eigenen Geschichte erkannt und noch einmal gemeinsam bezwungen werden. Erst danach fiel der schützende Glanz, und die eigentliche Prüfung konnte enden.
Blondlocke blieb nicht an die Arena gebunden. Sie half später bei der Verteidigung des Hyjal und stand beim Wiederaufleben der Geißel erneut auf den Turniergründen. Ihr Weg machte aus der Prüfung keine einmalige Vorführung. Die Überzeugung, die sie von anderen verlangte, trug sie selbst von einem bedrohten Heiligtum zum nächsten, immer dorthin, wo Verzweiflung am leichtesten wie Vernunft klingen konnte.