Ein Herold aus Ny'alotha
Za'qul gehörte zu den N'raqi, den gesichtslosen Dienern der Alten Götter. Diese Wesen waren seit dem Schwarzen Imperium Werkzeuge, Priester und Heerführer ihrer Schöpfer. Za'qul diente N'Zoth und trug den Titel Herold von Ny'alotha. Die schlafende Stadt war für ihn keine Legende, sondern die kommende Wirklichkeit, in der sein Meister wieder ohne Fesseln herrschen sollte.
Seine besondere Macht lag über dem Geist. Za'qul zwang Angst, Wahnsinn und Delirium nicht nur als Gefühle auf. Er formte daraus Ebenen, in denen seine Opfer gehen und kämpfen mussten. Dadurch bereitete er Sterbliche auf Ny'alotha vor, indem er die Grenze zwischen ihrer Wahrnehmung und N'Zoths Welt auflöste.
Azsharas Bündnis mit N'Zoth
Königin Azshara hatte N'Zoths Angebot angenommen, als Zin-Azshari im Großen Bruch versank. Jahrtausende später plante sie, sich von ihm zu lösen. Sie lockte Horde und Allianz nach Nazjatar, sammelte die Kraft des Herzens von Azeroth und wollte damit das Gefängnis des Alten Gottes öffnen. In ihrer Vorstellung sollte N'Zoth anschließend verwundbar sein und ihr nicht länger als Meister gegenüberstehen.
Za'qul wachte über diesen Plan aus der Sicht N'Zoths. Er war nicht Azsharas Höfling. Seine Anwesenheit im Ewigen Palast erinnerte daran, dass der Alte Gott jede scheinbare Partnerschaft als Teil seiner eigenen Befreiung betrachtete. Während Azshara Intrigen spann, bereitete Za'qul den geistigen Weg vor, auf dem N'Zoths Einfluss nach dem Bruch der Ketten wachsen konnte.
Angst im Ewigen Palast
Tief im Ewigen Palast stellte Za'qul die Eindringlinge vor einen Kampf, in dem die Umgebung selbst unzuverlässig wurde. Er zog sie in das Reich der Angst und weiter in das Delirium. Dort wuchsen Schrecken schneller, und die Grenze zwischen einem Gedanken und einem angreifenden Wesen verschwand. Wer zurückkehren wollte, musste erkennen, welche Wirklichkeit Za'qul gerade gegen ihn verwendete.
Diese Macht passte zu N'Zoth. Der Alte Gott gewann selten allein durch offene Gewalt. Zweifel, Visionen und das Gefühl, einer verborgenen Wahrheit näherzukommen, waren seine wirksamsten Waffen. Za'qul verdichtete diese Methode in einem einzigen Raum. Seine Gegner konnten ihn körperlich verwunden, mussten aber zugleich verhindern, dass ihr eigener Geist den Kampf für ihn entschied.
Der Weg zu N'Zoths Gefängnis
Za'qul fiel als vorletzter großer Wächter des Palastes. Hinter ihm lag Azsharas Kammer und darunter das titanische Gefängnis N'Zoths. Sein Tod verhinderte nicht, dass das Herz von Azeroth die Siegel brach. Azshara wurde besiegt, doch im selben Augenblick lösten sich die Ketten des Alten Gottes. Der scheinbare Sieg war der Erfolg, den N'Zoth von Beginn an erwartet hatte.
Damit erfüllte Za'qul seine Aufgabe auch im Tod. Er musste die Eindringlinge nicht dauerhaft aufhalten. Es genügte, dass sie den Weg fortsetzten und die Macht mitbrachten, welche die letzte Barriere öffnen konnte. Der Herold bereitete nicht nur eine Armee vor. Er half, Gegner zu Teilnehmern eines Plans zu machen, dessen Ende sie erst erkannten, als das Gefängnis bereits leer war.
Die Vorstufe zu Ny'alotha
Nach N'Zoths Befreiung griff Ny'alotha nach Azeroth. Visionen legten sich über Uldum und das Tal der Ewigen Blüten, und der Schwarze Prinz Wrathion suchte nach einem Weg, den Geist gegen Verderbnis zu schützen. Za'quls Reiche der Angst und des Deliriums hatten diese Entwicklung vorweggenommen. In seinem Kampf wurde erstmals sichtbar, wie eine Wirklichkeit unter N'Zoths Einfluss nicht einfach zerstört, sondern überschrieben werden konnte.
Za'qul steht deshalb zwischen Azsharas Intrige und N'Zoths offenem Angriff. Er ist kein eigenständiger Eroberer mit persönlichem Reich. Seine Bedeutung liegt in der Vorbereitung. Er machte den nächsten Schritt des Alten Gottes erfahrbar, schwächte die Grenze zur schlafenden Stadt und führte seine Gegner bis an jene Tür, die sie in der Hoffnung auf einen Sieg selbst öffneten.