Der letzte Erlass
Seit zehntausend Jahren setzte Azsharas Hofstaat den Willen der Königin durch. Als die Eindringlinge die inneren Hallen des Ewigen Palastes erreichten, traten Silivaz der Eifrige und Pashmar die Fanatische ihnen entgegen. Sie waren zwei von Azsharas mächtigsten Dienern und standen nicht für private Rivalitäten, sondern für den letzten Erlass ihrer Herrscherin.
Der Hof machte seine Bedeutung auch an ihren Kräften sichtbar. Silivaz verkörperte die Macht der Ozeane: Strömung, Druck und die Gewalt einer Welle, die keinen festen Stand duldet. Pashmar stand für Sturm und Himmel, für das Rufen von Blitzen und eine Herrschaft, die selbst in den Tiefen Nazjatars noch nach oben griff.
Regeln einer Königin
Während die beiden kämpften, beobachtete Azshara den Kampf und erließ Befehle, die die Regeln der Begegnung veränderten. Die Eindringlinge sollten sich ordnen, getrennt bleiben oder den Preis des Ungehorsams tragen. So wurde der Hofstaat zu mehr als einem Duell: Selbst aus der Entfernung beanspruchte die Königin das Recht, über jeden Schritt ihrer Feinde zu bestimmen.
Silivaz und Pashmar konnten ihre Macht nicht ungestört entfalten, solange sie voneinander getrennt wurden. Erst als beide zugleich fielen, verstummte der Schutz des Hofes. Der Weg führte weiter zu Za'qul und schließlich zum Letzten Gefängnis, doch die beiden Diener hatten gezeigt, wie vollständig Azshara ihren Palast zur Bühne ihres Willens gemacht hatte.