Der Lehrer, der seinem Schüler entgegentrat
Uther Lichtbringer hatte Arthas zum Paladin ausgebildet und lange geglaubt, dessen Pflichtgefühl könne zu Weisheit reifen. Nach Stratholme zerbrach dieses Vertrauen. Uther verweigerte den Befehl zur Säuberung der Stadt, worauf Arthas ihn des Dienstes enthob und nach Nordend zog.
Als Arthas als Todesritter zurückkehrte, suchte er eine magische Urne für die Gebeine Kel'Thuzads. In ihr ruhte die Asche seines eigenen Vaters, König Terenas. Uther verteidigte die Urne und stellte sich dem Mann entgegen, den er einst gelehrt hatte. Frostgramm entschied den Kampf; Uther starb, und die Asche des Königs wurde achtlos verstreut.
Ein Licht in den Pestländern
Nach Lordaerons Fall errichteten die Überlebenden ein Grabmal für Uther. Der Ort liegt am Hügel des Kummers, umgeben von verseuchtem Land und den Ruinen eines untergegangenen Reiches. Priester und Anhänger des Lichts hielten Wache, obwohl ringsum die Geißel herrschte.
Das Grabmal wurde dadurch mehr als eine Ruhestätte. Es bewies, dass selbst in den Pestländern ein heiliger Ort bestehen konnte. Für Paladine erinnerte es an Uthers Standhaftigkeit, aber auch an die Grenzen seines Einflusses: Er konnte Arthas nicht retten und Lordaeron nicht bewahren, doch er weigerte sich, dessen Verbrechen zu rechtfertigen.
Erinnerung ohne einfachen Trost
Spätere Generationen kamen hierher, um Uther zu ehren. Seine Geschichte wurde jedoch nicht zu einer bequemen Legende. Sie blieb mit Arthas, dem Silbernen Handorden und der Frage verbunden, wie weit Gehorsam reichen darf, wenn ein Herrscher Unrecht befiehlt.
Uthers Grabmal steht deshalb an einem passenden Ort. Der Hügel überblickt ein Land, das an Verrat und Seuche zerbrach. Inmitten dieser Verwüstung erinnert die Stätte nicht an einen vollkommenen Sieg, sondern an einen Mann, der im entscheidenden Augenblick seine Grenze zog und dafür starb.