Das Land jenseits der Mauer
Westlich von Kun-Lai beginnt ein Hochland aus roten Bäumen, Grasflächen und schroffen Felsen. Die Schlangenwirbelsäule trennt es vom dichter besiedelten Pandaria, doch die Mauer konnte nie alle Gefahren fernhalten. Mantiden errichteten im Süden ihre Nester, Yaungol zogen mit Herden durch den Norden und die Shado-Pan unterhielten Garnisonen an den Übergängen. Wer hier lebte, kannte Pandarias Sicherheit nur aus der Ferne.
Als der Mantidenschwarm Jahrzehnte zu früh einsetzte, drängten seine Heere nach Norden und Osten. Yaungol verloren Weideland und flohen nach Kun-Lai, wo sie selbst zu Angreifern wurden. Die Shado-Pan mussten gleichzeitig die Mauer halten, Flüchtlingsbewegungen verstehen und ihre eigenen Stützpunkte zurückerobern. Der Krieg war keine klare Linie zwischen zwei Armeen. Jede Flucht setzte an anderer Stelle neue Gewalt in Gang.
Taran Zhu begegnet seinem eigenen Hass
Taran Zhu, der Lord der Shado-Pan, hielt Horde und Allianz für verantwortungslos. Ihre Feindschaft hatte im Jadewald bereits das Sha des Zweifels freigesetzt, und nun brachten sie dieselben Konflikte in weitere Regionen. Seine Wut war nachvollziehbar, doch in Pandaria genügte eine berechtigte Empfindung, um einem Sha Nahrung zu geben. Bei der Verfolgung des Sha des Hasses verlor Taran Zhu die Kontrolle und wurde selbst von jener Macht erfasst, die er bekämpfen wollte.
Seine Gefährten mussten ihn retten, nicht besiegen. Diese Erfahrung veränderte die Beziehung zwischen den Shado-Pan und den Fremden. Taran Zhu blieb misstrauisch, erkannte aber, dass auch sein Orden Hilfe brauchte. Für einen Mann, dessen Autorität auf Disziplin beruhte, war dieses Eingeständnis schwerer als eine Niederlage im Kampf. Es bereitete dennoch die gemeinsame Offensive gegen die Mantiden und später gegen Garrosh vor.
Niuzao hält stand
Im Westen erhebt sich der Tempel von Niuzao, dem Schwarzen Ochsen. Niuzao verkörpert Ausdauer: nicht starres Erdulden, sondern die Kraft, unter Druck weiter zu handeln. Als Mantiden den Tempel belagerten, kämpfte der Himmlische Erhabene selbst neben seinen Verteidigern. Die Angreifer wollten eine der wichtigsten Stellungen Pandarias brechen und zugleich beweisen, dass selbst seine Schutzgeister dem Schwarm nicht standhalten konnten.
Der Tempel blieb bestehen, doch die Angriffe führten tiefer in das Reich der Mantiden. Hinter der Front lag die Schreckensöde, wo die Klaxxi gegen ihre eigene Kaiserin arbeiteten. Damit endete die Geschichte der Steppe nicht an einer geretteten Mauer. Sie öffnete den Weg zu der Erkenntnis, dass der verfrühte Schwarm kein gewöhnlicher Zyklus war, sondern das Ergebnis von Shek'zeers wachsender Angst und der Rückkehr eines uralten Sha.