Der erste Brückenkopf
Als das Dunkle Portal erneut aktiv wurde, schickte Thrall eine Expedition unter Nazgrel in die Scherbenwelt. Die Horde wusste zunächst wenig darüber, was jenseits des Portals auf sie wartete. Der Weg führte in eine rote Einöde, in der Dämonen unmittelbar angriffen und die Höllenfeuerzitadelle den Horizont beherrschte.
Nazgrel ließ Thrallmar nördlich des Portals errichten. Palisaden, Türme und Werkstätten machten aus dem Lager einen dauerhaften Brückenkopf. Von hier aus konnten Verstärkungen aufgenommen, Verwundete versorgt und die Bewegungen der Legion sowie der Felorcs beobachtet werden.
Die neue Horde vor den Ruinen der alten
Die Lage des Lagers war von besonderer Bedeutung. Nur wenige Wegstunden entfernt stand die Festung, von der aus Schwarzfaust und Gul'dan den ersten Krieg vorbereitet hatten. Die Orcs in Thrallmar sahen daher nicht irgendeine feindliche Burg. Sie standen vor dem Ort, an dem ihre Völker zu Werkzeugen der Legion gemacht worden waren.
In der Zitadelle dienten Felorcs unter Kargath Messerfaust. Sie verkörperten eine mögliche Zukunft der Horde: Stärke ohne Freiheit, gewonnen durch das Blut eines Grubenlords. Der Kampf gegen sie war deshalb zugleich ein Kampf gegen jene Ordnung, von der Thralls Horde sich lösen wollte.
Der Weg zu den Mag'har
Von Thrallmar aus suchte die Expedition nach überlebenden Orcs und nach Spuren der alten Clans. Diese Suche führte schließlich zu den Mag'har in Nagrand. Für viele Orcs aus Azeroth war die Begegnung mit unverdorbenen Verwandten der erste direkte Kontakt mit der Kultur, die vor Gul'dan bestanden hatte.
Thrallmar blieb ein militärischer Ort, doch seine Geschichte reicht über Schlachten hinaus. Hier begann die Horde, Draenor nicht nur als verlorene Heimat zu betrachten, sondern als Land voller Überlebender, Schuld und unerledigter Beziehungen. Der Brückenkopf öffnete damit auch einen Weg zurück zu einer Vergangenheit, die Thralls Generation nie selbst gekannt hatte.