Ehre und StärkeBlackmoore
Tendris Wucherborke
Bosse

Tendris Wucherborke

Tendris Wucherborke war ein standhafter Uralter, dessen Herz mit Eldre'Thalas verbunden blieb. Der Große Bruch erschütterte weder seine Treue noch seinen Wachposten, doch zehntausend Jahre schleichender Verderbnis drangen schließlich auch in seinen Geist und machten den Beschützer zum Gefängniswärter der eigenen Ruine.

Der Weg nach Düsterbruch

Düsterbruch war einst Eldre'Thalas, das abgeschiedene Archiv von Azsharas Hochgeborenen. Im Westflügel überlebten die Shen'dralar den Großen Bruch, indem sie Immol'thar in einem Feld aus fünf Pylonen fesselten und seine Energie für Magie und Unsterblichkeit aussaugten. Als der Dämon schwächer wurde, verwandelte Prinz Tortheldrin den eigenen Hof in eine Auswahl zwischen Gehorsam, Mord und einem Tod, der selbst die Seele nicht freigab. In Tendris Wucherborke erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Tendris bewachte Eldre'Thalas, als die Stadt noch kein Düsterbruch war. Seine Treue galt nicht einem vorübergehenden Herrscher allein, sondern dem Ort selbst: Gärten, Wege und jene Lebenskraft, die zwischen dem arkanen Stein der Hochgeborenen weiterwuchs. Er war ein Uralter, dessen lange Erinnerung die Stadt nicht als Ruine, sondern als lebendes Ganzes kannte.

Der Große Bruch beendet die Wache nicht

Als der Brunnen der Ewigkeit explodierte und Kalimdor zerbrach, blieb Tendris. Mauern stürzten, Wege verschwanden, und die Shen'dralar wurden vom übrigen Reich abgeschnitten. Der Uralte wich dennoch nicht. Seine Entschlossenheit überstand eine Katastrophe, die Kontinente neu geformt hatte.

Was die Zerschlagung der Welt nicht erreichte, vollbrachte die Zeit. Dämonische Energie, arkane Abhängigkeit und die Verderbnis der verlassenen Bezirke sickerten über Jahrtausende in Eldre'Thalas. Tendris war mit dem Schicksal der Stadt verbunden, und gerade diese Bindung machte ihn verwundbar. Als der Ort krank wurde, konnte sein Beschützer nicht unberührt bleiben.

Beim Angriff rief Tendris noch lebende Eisenborkenbeschützer zu Hilfe. Der alte Schutzauftrag bestand fort, aber seine Richtung hatte sich verändert. Eindringlinge wurden ohne Unterschied als Feinde behandelt, selbst wenn sie kamen, um Immol'thars Gefängnis und Tortheldrins Mordordnung zu beenden. Verderbnis hatte die Treue nicht ausgelöscht; sie hatte ihr das Urteilsvermögen genommen.

Der gebundene Pferdegeist

Tendris hielt außerdem einen uralten Pferdegeist in spektralen Fesseln. Erst sein Tod ließ das Wesen mit einem Donnerschlag frei. Warum der einstige Verteidiger selbst zum Kerkermeister wurde, ist nicht vollständig überliefert. Die Gefangenschaft zeigt jedoch, wie weit sein Auftrag entstellt war: Er schützte die Ruine, indem er ein anderes altes Wesen daran hinderte, sie zu verlassen.

Tendris' Niederlage öffnete den Weg tiefer in die Hauptgärten. Sie war keine einfache Beseitigung eines Monsters. Ein Beschützer, der den Untergang überstanden hatte, musste getötet werden, weil die Stadt, an die sein Herz gebunden war, ihn über Jahrtausende mit sich verdorben hatte. Eldre'Thalas verlor damit einen seiner treuesten Zeugen und zugleich einen Wächter, der längst nicht mehr wusste, was Rettung bedeutete.