Eine Sternwarte über dem Schattenmondtal
Östlich des Embaaridorfs errichteten die Draenei eine Sternwarte aus geschwungenem Metall, blauem Kristall und offenen Plattformen. Von hier aus beobachteten Forscher die Monde Draenors, zeichneten die Bewegungen der Sterne auf und verglichen ihre Erkenntnisse mit dem Wissen, das ihr Volk von anderen Welten mitgebracht hatte. Das Teluuna-Observatorium war weder Tempel noch Festung. Es zeigte eine Seite der draenischen Kultur, die im späteren Krieg leicht übersehen wurde: Geduldige Beobachtung, Unterricht und die Überzeugung, dass der Kosmos verstanden werden könne.
Die Draenei waren keine Ureinwohner Draenors. Sie stammten von Argus und gehörten einst zu den Eredar. Als Sargeras ihrem Volk Macht anbot, folgte Velen den Naaru und floh mit jenen, die den Pakt ablehnten. Über Jahrtausende wurden sie von Kil'jaeden verfolgt. Jede neue Heimat stand deshalb unter dem Wissen, dass der Himmel nicht nur Schönheit, sondern auch Gefahr enthalten konnte. Eine Sternwarte war für sie ein Ort der Forschung und der Wachsamkeit zugleich.
Das Hologramm einer verlorenen Welt
Im Inneren des Observatoriums schwebte ein Abbild von Argus. Für jüngere Draenei war der Planet keine persönliche Erinnerung mehr, sondern eine Geschichte ihrer Eltern und Vorfahren. Das Hologramm gab dieser verlorenen Herkunft eine Form. Es zeigte eine Welt, die noch existierte, aber durch die Legion verwandelt worden war und für die Flüchtlinge unerreichbar schien.
Dieser Blick nach Argus erklärt, warum die Draenei Draenor niemals als bloße Zuflucht behandelten. Sie bauten Städte, Felder und Schulen, weil sie dauerhaft leben wollten. Zugleich bewahrten sie das Wissen, dass ihre Geschichte weit über diese Welt hinausreichte. Das Observatorium verband beide Haltungen: Die Bewohner blickten von einer neuen Heimat aus auf die alte und versuchten, zwischen Erinnerung und Zukunft einen Platz für sich zu finden.
Als der Krieg das Tal erreicht
Während des Feldzugs der Eisernen Horde bedrohte der Schattenmondclan die draenischen Siedlungen im Tal. Ner'zhul, der Häuptling des Clans, stand unter dem Druck Grommashs und griff zu Kräften der Leere, um seine Stellung zu sichern. Das Embaaridorf wurde angegriffen, Wege wurden abgeschnitten und auch die Umgebung der Sternwarte geriet in Gefahr. Forschung und Alltag konnten nicht getrennt vom Krieg fortbestehen, wenn die Nachbarsiedlungen fielen.
Die Verteidiger sicherten das Observatorium und verhinderten, dass seine Anlagen dem Schattenmondclan zufielen. Damit blieb mehr erhalten als ein auffälliges Bauwerk. Die Archive, Instrumente und das Abbild von Argus bewahrten einen Teil der draenischen Identität. Später sollten Draenei und ihre Verbündeten tatsächlich nach Argus zurückkehren. Was im Teluuna-Observatorium lange wie die Betrachtung eines verlorenen Gestirns gewirkt hatte, wurde dadurch zu einem frühen Kapitel einer Heimkehr, die damals noch niemand erwarten konnte.