Das verborgene Kloster
Lange vor dem Aufstieg der Horde stand Telredor als Kloster auf einer Insel im Zangarmeer. Anachoreten und Gelehrte der Draenei suchten dort Stille, Gebet und Abstand zu den großen Städten. Als die Orcs Shattrath belagerten, wurde aus diesem abgelegenen Ort eine Zuflucht. Velen erkannte, dass sein Volk ausgelöscht werden konnte, wenn alle Verteidiger und Familien in derselben Stadt blieben, und führte einen Teil der Zivilbevölkerung nach Telredor.
Draenische Konstrukteure verbargen das Kloster mit Hilfe von Arkonitkristallen vor den Suchtrupps der Horde. Die Tarnung rettete jene, die den langen Rückzug überstanden hatten. Unter ihnen waren Verwundete, Kinder und Flüchtlinge, die nicht mehr kämpfen konnten. Telredor bewahrte deshalb nicht nur Leben, sondern auch einen Teil der draenischen Kultur, während Shattrath fiel.
Als das Meer zu einem Sumpf wurde
Draenors Zerbrechen veränderte die Umgebung vollkommen. Das Zangarmeer wich zurück und hinterließ die heutigen Marschen. Telredors Insel wurde zu einer riesigen Pilzkappe über dem Sumpf. Das Kloster blieb bewohnt, doch seine Bewohner waren von einer Welt abgeschnitten, deren Wege, Küsten und Reiche nicht mehr existierten.
In dieser Zeit erreichten weitere Überlebende die Zuflucht. Maraad und andere Draenei brachten Nachrichten aus den verwüsteten Landstrichen. Auch die Entstellten suchten Schutz, wurden jedoch nicht immer als gleichberechtigter Teil des Volkes aufgenommen. Die Zuflucht, die einst durch Zusammenhalt überlebt hatte, musste nun lernen, mit den sichtbaren Folgen von Felverseuchung, Krankheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung umzugehen.
Nobundo und ein neuer Glaube
Etwa zehn Jahre nach der Öffnung des Dunklen Portals kam der gebrochene Nobundo nach Telredor. Das Licht antwortete ihm nicht mehr, doch in der Stille hatte er die Stimmen der Elemente gehört. Viele Draenei begegneten ihm mit Misstrauen, weil sie seine entstellte Gestalt als Zeichen der Verderbnis sahen. Velen hörte ihm dennoch zu. Er erkannte, dass Nobundos Weg keine Abkehr vom Volk war, sondern eine Antwort auf eine Welt, in der alte Gewissheiten nicht mehr genügten.
Von Telredor aus begann sich der Schamanismus unter den Draenei zu verbreiten. Als die Verbindung zu den Draenei der Exodar wiederhergestellt wurde, stand das Kloster daher nicht nur für die gerettete Vergangenheit. Es war auch der Ort, an dem das Volk eine neue Beziehung zu den Elementen Draenors angenommen hatte. Telredor überlebte, weil es sich verbarg; wichtig blieb es, weil es sich später wieder öffnete.