Der Weg nach Das Azurblaue Gewölbe
Sindragosa hatte das Azurblaue Gewölbe als Ort des Wissens, der Forschung und der Verwahrung angelegt. Nach seiner Versiegelung vergingen Jahrtausende, in denen Pflanzen weiterwuchsen, Wächter auf vergebliche Rückkehr warteten und ein kranker Drache ohne Heilung schlief. Als die Splitterflammen nach Geheimnissen über die Herkunft der Dracthyr suchten, brach in den alten Hallen alles zugleich aus Stasis und Einsamkeit hervor. In Telash Grauschwinge nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Telash gehörte zu einem Volk, das aus langer Gefangenschaft erwacht war und viele Antworten über die eigene Erschaffung, den verlorenen Auftrag und Neltharions Kontrolle suchte. Wissen war für ihn nicht bloß Neugier. Es entschied darüber, ob die Dracthyr ihre Zukunft selbst bestimmen konnten oder erneut darauf angewiesen blieben, was Drachen ihnen zu erzählen bereit waren.
Zunächst begleitete Telash Schuppenkommandantin Glutthal im Azurblauen Gebirge. Gemeinsam suchten sie nach Aufzeichnungen Malygos' über die Einkerkerung der Dracthyr. Der Weg hätte Vertrauen zwischen Erwachten und Drachen schaffen können. Doch Telash sah in jeder verschlossenen Kammer und jeder vorsichtigen Antwort den Verdacht bestätigt, dass blauer Schwarm und Kirin Tor Wissen bewusst zurückhielten.
Die Splitterflammen
Sein Misstrauen führte ihn zu den Splitterflammen, jenen Dracthyr, die unter Sarkareth ihre Unabhängigkeit mit Gewalt und gestohlenen Geheimnissen erzwingen wollten. Die Gruppe versprach keine geduldige Bitte um Akteneinsicht. Sie brach Siegel, nahm Wissen und suchte nach jeder Wahrheit, die Neltharions Erben belastete. Telash fand darin die Entschlossenheit, die er bei den vorsichtigeren Stimmen vermisst hatte.
Im Azurblauen Gewölbe erwartete er Aufzeichnungen über die Ursprünge der Dracthyr und Beweise gegen den blauen Drachenschwarm. Seine Wut gab dem Fund bereits eine Bedeutung, bevor er ihn gesehen hatte. Ein leeres Regal hätte Verschleierung bewiesen, ein versiegeltes Buch Schuld und ein offenes Dokument vermutlich nur, wie sorgfältig die Drachen ihre Lüge vorbereitet hatten. Telash suchte Wahrheit, konnte aber kaum noch eine unschuldige Antwort annehmen.
Telash beherrschte mächtige Kältemagie. Frostbomben legten gefrorenen Boden unter jeden Gefährten, und ein eisiger Verwüster hielt einzelne Ziele im tödlichen Atem fest. Der Dracthyr machte aus der Weite des Gewölbes eine starre Fläche, auf der jede Bewegung langsamer wurde. Seine Magie spiegelte den Zustand seines Urteils: einmal gefasst, ließ es sich kaum noch verschieben.
Absoluter Nullpunkt
Bei voller Energie schützte ein Gletscherschild Telash, während er die ganze Kammer auf den absoluten Nullpunkt zutrieb. Sindragosas Abbild erkannte die zerstörerische Magie und aktivierte Gewölberunen. Nur innerhalb dieser Zeichen konnten die Gefährten den Ausbruch überleben. So half ausgerechnet die alte Sicherung jener Drachin, deren Geheimnisse Telash als Beweis ihrer Schuld betrachtete.
Die Runen widerlegten nicht jede Sorge der Dracthyr. Blaue Drachen hatten Geheimnisse gehütet, und Neltharions Verbrechen lagen tatsächlich in ihrer gemeinsamen Geschichte. Doch im entscheidenden Augenblick unterschied Sindragosas System zwischen Forschern und einer Magie, die alles vernichten würde. Telashs Angriff zwang die Archive, gegen ihn Stellung zu beziehen, ohne dass ein lebender Drache das Urteil sprach.
Die Wahrheit stirbt nicht mit ihm
Telash fiel, bevor er die Antworten fand, für die er das Gewölbe betreten hatte. Sein Tod machte das Bedürfnis der Dracthyr nach Wahrheit nicht falsch. Er zeigte, wie dieses Bedürfnis von Wut und den Splitterflammen in eine Richtung gelenkt worden war, in der jedes Hindernis als Geständnis galt. Tiefer im Gewölbe wartete Umbrelskul, ein Sohn Malygos' und Sindragosas, dessen eigener Körper bewies, dass auch Drachen in diesen Hallen an unvollendetem Wissen gelitten hatten.