Die Augen des Erdwächters
Neltharion erschuf Emberthal als eine der Schuppenkommandantinnen der Dracthyr. Ihre Adamantwacht sollte Augen und Ohren der Armee sein. Sie erhielt die Fähigkeit, die Kräfte anderer zu verstärken, und wurde als Vorbild für Gehorsam und Koordination ausgebildet.
Als Raszageth den Eidbinder zerstörte, verlor Neltharion die magische Kontrolle über seine Soldaten. Er betrachtete sie daraufhin als Risiko. Malygos schloss Emberthal und die anderen Dracthyr in Stasis. Die Kommandantin hatte ihre Aufgabe erfüllt und wurde gerade deshalb weggesperrt: Ein Werkzeug, das frei entscheiden konnte, war für seinen Schöpfer gefährlicher als der Feind.
Erwachen zwischen leeren Plätzen
Fast zwanzigtausend Jahre später weckte ein arkaner Stoß die Dracthyr. Primalisten griffen die Verbotene Insel an, Raszageth kehrte zurück, und viele Mitglieder von Emberthals Weyrn starben. Erinnerungen waren durch die lange Stasis verschwommen. Befehle, die eben noch gegolten hatten, gehörten plötzlich zu einer Welt vor mehreren Zeitaltern.
Andere Kommandanten zogen mit ihren Gruppen zur Allianz oder Horde. Emberthal blieb zunächst zurück, suchte Überlebende und Antworten. Ihre Neutralität war keine Unentschlossenheit. Sie weigerte sich, die erste angebotene Zugehörigkeit sofort an die Stelle des verlorenen Befehls zu setzen.
Neltharions Vermächtnis
Auf den Dracheninseln suchten die Dracthyr nach Spuren ihres Schöpfers. Sarkareth erklärte ihre Bindung an die Drachen für zerrissen und wollte Neltharions Macht als Erbe beanspruchen. Emberthal verstand seinen Zorn, aber nicht die Folgerung. Ein Vater, der seine Kinder kontrolliert und wegschließt, hinterlässt ihnen kein Recht, seine Waffen gegeneinander zu richten.
Mehrmals bot sie Sarkareth die Rückkehr an. Als er Angehörige ihres Volkes tötete, wollte sie Gerechtigkeit und konnte dennoch keinen weiteren Bruder erschlagen. Diese Grenze ließ ihn entkommen, war aber keine Schwäche. Emberthal versuchte, eine Gemeinschaft aufzubauen, in der Führung nicht wieder davon abhing, ob jemand den eigenen Willen vollständig unterdrücken konnte.
Der Weg nach Aberrus
Sarkareth folgte den Spuren nach Aberrus und griff nach dem Eidbinder. Teile seiner Zerrissenen Flamme wandten sich von ihm ab, als er auch sie beherrschen wollte. Emberthal half den Abtrünnigen, blieb aber schließlich außerhalb des tiefsten Angriffs. Sie wollte nicht weiter Neltharions Labor mit dem Blut der Dracthyr füllen.
Nach Sarkareths Tod sammelte sie die Teile seines Zeichens und erwies seinem Körper Achtung. Sie entschuldigte nicht seine Taten. Sie wollte, dass seine Erinnerung eine Warnung blieb und nicht nur die Leiche eines Verräters. Trauer durfte einen Angehörigen zurück in die Gemeinschaft der Erinnerung holen, ohne ihn dort zum Helden zu machen.
Eine Kraft, die andere größer macht
Ebyssian half Emberthal, ihre angeborene Verstärkungsmagie neu zu verstehen. Was Neltharion als Mittel für eine effizientere Armee geschaffen hatte, konnte sie einsetzen, um die Fähigkeiten von Verbündeten zu erhöhen. Aus der Macht des schwarzen Schwarms entstand eine Form des Wirkens, deren Stärke gerade nicht darin lag, alles allein zu tun.
Emberthal übernahm die Führung der schwarzen Schuppen und kämpfte später mit den Traumwächtern. Ihr Weg gibt den Dracthyr keine fertige Herkunft zurück. Er zeigt ihnen, dass verlorene Befehle auch Raum hinterlassen. Freiheit fühlt sich nach langer Kontrolle zunächst wie Leere an. Emberthal füllt sie nicht mit einem neuen unfehlbaren Herrn, sondern mit Beziehungen, in denen jede Weyrn anders bleiben und dennoch gemeinsam handeln kann.