Ehre und StärkeBlackmoore
Talgath
Charakter

Talgath

Talgath war Velens Freund und Vertrauter, bevor er dessen Flucht an Kil'jaeden verriet. Aus diesem ersten Verrat wurde eine jahrtausendelange Jagd auf die Draenei, die erst in den Ruinen von Argus endete.

Ein vertrautes Gesicht auf Argus

Talgath gehörte auf Argus zum Rat im Umfeld des Triumvirats. Er kannte Velen nicht nur als Herrscher und Propheten, sondern als alten Freund. In den leuchtenden Städten der Eredar teilten sie eine Welt, deren Magie, Wissen und scheinbare Sicherheit kaum Grenzen zu besitzen schienen. Als Sargeras sein Angebot unterbreitete, musste Talgath deshalb nicht zwischen Fremden wählen. Er musste entscheiden, welchem vertrauten Mann er glaubte.

Velen sah in einer Vision, dass Sargeras' Geschenk sein Volk in Dämonen verwandeln würde. Er vertraute Talgath seine Furcht an und bat ihn, zweifelnde Eredar sowie Velens Familie zur Flucht zu sammeln. Es war eine Aufgabe, die nur ein enger Verbündeter übernehmen konnte. Talgath nahm sie an und brachte das Geheimnis zu Kil'jaeden.

Der Verrat am Berg

Die Versprechen der Legion hatten Talgath bereits erreicht. Macht, Wissen und ein Platz in einer unaufhaltsamen Ordnung erschienen ihm sicherer als Velens Warnung. Sein Verrat brachte die Flüchtenden beinahe um, noch bevor die Naaru sie von Argus forttragen konnten. Hatuun stellte sich Talgath entgegen, während die letzten Vorbereitungen in Gewalt versanken.

Velen und seine Anhänger entkamen dennoch. Kil'jaeden war über Talgaths Versagen erzürnt, ließ ihn aber leben und gab ihm eine Aufgabe, die aus dem Verräter zugleich einen dauernden Zeugen der Flucht machte: Er sollte die Draenei finden. Von nun an hing seine Stellung bei der Legion daran, jene Personen einzuholen, deren Vertrauen er am Anfang missbraucht hatte.

Der Jäger hinter den Zufluchten

Über Jahrtausende folgte Talgath den Spuren der Exilierten. Immer wieder fand er Welten, auf denen die Draenei gelebt hatten, und immer wieder waren sie vor dem Eintreffen der Legion weitergezogen. Hinter ihnen blieben Orte zurück, die durch die Suche gefährdet wurden. Für Talgath war eine Zuflucht kein Heim, sondern ein Hinweis auf die nächste Koordinate.

Schließlich entdeckte er die Draenei auf Draenor. Er beobachtete die dortigen Orcs und meldete Kil'jaeden eine Gesellschaft, deren Klans, Ahnenverehrung und innere Spannungen sich benutzen ließen. Kil'jaeden übernahm den Plan selbst. Die Verfolgung der Draenei verband sich nun mit der Verderbnis eines weiteren Volkes. Talgaths Erfolg bestand nicht darin, Velen eigenhändig zu fangen, sondern darin, seinem Herrn die Menschenkenntnis für einen Krieg zu liefern, den die Opfer zunächst für ihren eigenen hielten.

Ein Spezialist für willige Türen

In der Brennenden Legion stieg Talgath hoch auf und führte eigene Truppen. Er half, Bewohner anderer Welten zu verführen und Widerstand von innen zu brechen. Dabei suchte er nicht immer die Mächtigsten. Personen am Rand einer Gemeinschaft, Gekränkte und Übersehene waren oft leichter davon zu überzeugen, dass die Legion ihnen endlich die Bedeutung geben würde, die ihre Heimat verweigert hatte.

Die Armee des Lichts begegnete ihm mehrfach. Talgath wurde zum Gegenbild jener Hoffnung, mit der die Naaru Velens Volk einst gerettet hatten. Auch er bot Zukunft, Zugehörigkeit und Macht an, aber jedes Versprechen verlangte, dass die neue Person ihre frühere Welt als Material für die Legion betrachtete. Sein Talent lag nicht in einer besonderen Wahrheit. Es lag darin, einen vorhandenen Schmerz so lange zu spiegeln, bis Verrat wie Selbstbefreiung aussah.

Das Ende in Eredath

Als Velen nach Argus zurückkehrte, suchte er in den Ruinen Eredaths nach den Teilen der Krone des Triumvirats. Talgath führte seine Streitkräfte gegen ihn und bewachte den Weg zum Wappen des Wissens. An diesem Ort lagen Erinnerungen an eine Zeit, in der beide Männer noch derselben Zukunft vertraut hatten.

Velen bezwang und fesselte Talgath. Er gab ihm eine letzte Gelegenheit, den Weg zum Wappen zu nennen. Talgath verspottete die Hoffnung und behauptete, nicht einmal das Licht werde aus dem Tempel entkommen. Daraufhin tötete Velen ihn mit heiliger Macht. Der jahrtausendelange Jäger starb nicht auf einer fremden Welt, sondern zwischen den Resten der Heimat, die sein erster Verrat der Legion geöffnet hatte. Talgaths Geschichte schließt sich dort nicht als einfache Rache. Sie zeigt, wie eine einzige verratene Bitte ein ganzes Leben zum Dienst an der Rechtfertigung dieses Verrats machen kann.