Eine Welt unter den Dracheninseln
Die Zaralekhöhle liegt tief unter den Dracheninseln. Lavaflüsse, Schwefelfelder und gewaltige Kristallformationen teilen den Untergrund in sehr unterschiedliche Lebensräume. Die Höhle war nie leer. Drogbar errichteten dort Siedlungen, und die Niffen von Loamm entwickelten eine Gemeinschaft, die sich stark auf Gerüche, Tauschhandel und die Erkundung unterirdischer Gänge stützte. Ihr ausgeprägter Geruchssinn half ihnen, Gefahren, Mineralien und verborgene Wege zu erkennen.
Für die Bewohner der Oberfläche blieb diese Welt lange verborgen. Das änderte sich, als die Inkarnationen einen gewaltsamen Zugang öffneten. Gestein brach auf, Wege wurden verschüttet und Fyrakks Schattenflamme drang in die Tiefe. Für die Niffen war die Ankunft von Drachen und Armeen kein Abenteuer, sondern eine Katastrophe, die ihre Heimat in einen Kriegsschauplatz verwandelte.
Aberrus, Neltharions verborgenes Labor
Im Inneren der Höhle lag Aberrus. Neltharion hatte diese Anlage errichtet, bevor sein Verrat als Todesschwinge offen sichtbar wurde. Als Erdwächter suchte er dort nach Mitteln, Azeroth gegen Bedrohungen zu verteidigen. Mit wachsender Angst begann er jedoch, Leben zu formen, Drachen zu verändern und Kräfte zu verbinden, die er nicht beherrschte. In Aberrus entstanden Experimente an den Dracthyr und Arbeiten, die den späteren Wahnsinn des schwarzen Schwarms vorbereiteten.
Der Ort bewahrte deshalb keine neutrale Forschung. Jeder Raum zeigte, wie Neltharion Verantwortung allmählich in Besitz verwandelte. Er wollte Werkzeuge schaffen, die ihm unbedingt gehorchten, weil er Verbündeten und selbst der eigenen Familie nicht mehr vertraute. Der Einfluss der Leere verstärkte diese Furcht, doch er nahm Neltharion nicht jede Entscheidung ab. Aberrus dokumentierte seinen Weg zum Todesschwinge in Versuchen, Befehlen und zurückgelassenen Geschöpfen.
Sarkareth und das falsche Erbe
Sarkareth führte die Zerschmetterte Flamme, eine Gruppe von Dracthyr, die sich von den übrigen Streitkräften getrennt hatte. Er glaubte, Neltharions Erbe könne seinem Volk den Sinn zurückgeben, den es nach jahrtausendelanger Gefangenschaft verloren hatte. In Aberrus suchte er keine bloßen Aufzeichnungen. Er wollte die Macht seines Schöpfers übernehmen und damit beweisen, dass die Dracthyr nicht länger von Drachen oder Sterblichen abhängig waren.
Je tiefer Sarkareth in die Anlage eindrang, desto stärker wiederholte er Neltharions Fehler. Er deutete Kontrolle als Stärke und benutzte seine Gefährten für ein Ziel, das nur er bestimmen durfte. Am Ende griff er nach der Leere und wurde in der Kammer unter Aberrus besiegt. Sein Tod machte deutlich, dass die Dracthyr ihre Herkunft nicht verleugnen mussten, aber auch nicht an die Absichten ihres Schöpfers gebunden waren.
Furorion, Sabellian und Ebyssian
Auch Furorion und Sabellian betrachteten Aberrus zunächst als Teil ihres Erbes. Beide beanspruchten die Führung des schwarzen Drachenschwarms. Furorion hatte gegen die Verderbnis seines Vaters gekämpft und hielt seine Taten für den Beweis seiner Eignung. Sabellian hatte in der Scherbenwelt überlebende schwarze Drachen geschützt und verwies auf seine Erfahrung. In Aberrus mussten beide erkennen, dass Neltharions Vermächtnis keine Krone war, die man gefahrlos übernehmen konnte.
Ebyssian hatte sich lange von ihrem Streit ferngehalten. Er hörte den anderen zu, schützte seine Familie und suchte keine Macht um ihrer selbst willen. Gerade diese Haltung machte ihn schließlich zum Aspekt des schwarzen Drachenschwarms. Die Zaralekhöhle wurde so zum Ort einer Entscheidung über Erbe: Sarkareth zerbrach daran, Neltharions Macht nachzuahmen; Furorion und Sabellian lernten, ihren Anspruch zurückzustellen; und Ebyssian übernahm Verantwortung, ohne Todesschwinges Herrschaft fortzuführen.