Die Zitadelle der Oger
Hoch über dem Frostfeuergrat errichteten die Oger des Klingenwehrclans eine gewaltige Festung. Ihre Mauern, Türme und Hallen waren nicht das Werk unorganisierter Räuber. Sie gehörten zur Hinterlassenschaft der ogerischen Reiche, deren Macht einst weit über den Norden Draenors hinausgereicht hatte. Die Klingenwehrfestung diente als Hauptstadt des lokalen Clans und als nördlicher Außenposten einer Kultur, die Orcs häufig als Untergebene oder Sklaven behandelte.
Für die Frostwölfe war diese Herrschaft unmittelbar. Oger griffen ihre Lager an, verschleppten Angehörige und zwangen Gefangene zur Arbeit. Durotan musste sein Volk gleichzeitig vor der Eisernen Horde, dem Donnerfürstenclan und der Festung schützen. Ein offener Angriff versprach zwar Befreiung, konnte den zahlenmäßig kleineren Clan aber ebenso vernichten. Sein Bruder Ga'nar ertrug dieses Abwarten kaum. Für ihn wurde jede weitere Gefangenschaft zum Beweis, dass Vorsicht in Unterwerfung überging.
Ga'nars Angriff
Nach der Flucht aus dem Tanaandschungel erreichten Thrall und die Horde den Frostfeuergrat. Ihre Ankunft veränderte das Kräfteverhältnis. Ga'nar begann den Angriff auf die Oger, bevor alle Verbündeten vollständig vorbereitet waren. Die Kämpfer drangen zunächst in den Gormaul-Turm ein, befreiten Gefangene und beseitigten einen wichtigen Vorposten. Danach führte der Weg zur eigentlichen Zitadelle.
Durotan schloss sich dem Angriff an, obwohl er den ungestümen Entschluss seines Bruders nicht guthieß. Thrall und die Neuankömmlinge halfen den Frostwölfen, die Verteidigung zu durchbrechen. Im Inneren trafen sie auf König Gorr'thog, der die Macht der Oger über den Norden verkörperte. Mit seinem Tod brach die unmittelbare Herrschaft des Klingenwehrclans zusammen. Die Gefangenen wurden befreit, und die Oger verloren ihre wichtigste Festung im Frostfeuergrat.
Vom Symbol der Knechtschaft zum Stützpunkt
Durotan übernahm die Klingenwehrfestung nicht, um selbst wie ein Ogerkönig zu herrschen. Die Anlage bot seinem Clan Schutz, Vorräte und einen Ort, von dem aus der Widerstand gegen die Eiserne Horde organisiert werden konnte. Für die aus Azeroth gekommene Horde wurde sie zum ersten dauerhaften Stützpunkt auf Draenor. Damit änderte sich auch ihre Bedeutung: Ein Bauwerk, das Versklavung gesichert hatte, schützte nun jene, die sich einer neuen Unterwerfung widersetzten.
Auf dem ursprünglichen Draenor überstand die ogerische Herrschaft den späteren Zerfall der Welt nicht unversehrt. Der Frostfeuergrat und Gorgrond wurden zu Teilen der Schergratberge. Dort erinnern Ogerfestungen und der Name Klingenwehr weiterhin an dieselbe Machttradition, doch die zusammenhängende Zitadelle des alten Draenor existiert in dieser Form nicht mehr. Ihre Geschichte erklärt, weshalb die Ruinen der Scherbenwelt so monumental wirken und warum Oger und Orcs im Norden auf eine lange, gewaltsame Beziehung zurückblicken.