Der Weg nach Ahn'kahet: Das Alte Königreich
Ahn'kahet war ein tiefer Teil des nerubischen Reiches, in den Überlebende vor der Geißel flohen. Dort trafen zwei Verderbnisse aufeinander. Untote Diener des Lichkönigs raubten Wissen und Relikte, während Flüchtlinge zu weit gruben und die Aufmerksamkeit Yogg-Sarons weckten. Zwischen uralten Hallen, Pilzgärten und einem gefallenen Tempel wurde jede Richtung nach unten zu einer anderen Form von Gefangenschaft. In Jedoga Schattensucher erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Jedoga fürchtete die Apokalypse nicht. Sie ersehnte sie. Unter den Anhängern des Schattenhammers galt sie als besonders fanatisch, weil sie im Untergang keine Katastrophe, sondern Erfüllung sah. Eine Welt, die weiterlebte, war für sie unvollständig; erst ihre Zerstörung würde beweisen, dass die Stimmen der Alten Götter recht behalten hatten.
Cho'galls verdrehter Unterricht
Als Orcin hätte Jedoga schamanische Kraft durch Beziehungen zu den Elementen verstehen können. Der Ogermagier Cho'gall lehrte sie stattdessen, diese Verbindung zu verdrehen und den Alten Göttern unterzuordnen. Blitze und Wind blieben in ihren Händen erkennbar, doch sie dienten nicht mehr dem Ausgleich. Sie wurden Werkzeuge einer Prophetin, die jede Antwort bereits kannte.
Jedoga reiste in die Tiefen Ahn'kahets, weil sich dort Yogg-Sarons Einfluss durch die Wunden des nerubischen Reiches drängte. Die Flüchtlinge vor der Geißel hatten zu tief gegraben und etwas geweckt, das älter als ihr Krieg war. Für Jedoga war diese Entdeckung kein Grund zur Flucht. Sie sah darin den Ort, an dem sie der kommenden Erhebung besonders nahe sein konnte.
Freiwillige unter der Plattform
Anhänger des Schattenhammers warteten unter Jedoga und boten ihr das eigene Leben an. Wenn sie emporstieg, trat ein Freiwilliger in den Kreis und ließ sich opfern. Erreichte das Opfer sein Ziel, verstärkte die Gabe des Herolds Jedogas Gewalt. Die Kultistin musste niemanden zwingen; ihre größte Macht bestand darin, Menschen so weit zu bringen, dass sie Vernichtung für Teilnahme hielten.
Jedoga schleuderte Blitze, ließ Gewitter über den Boden ziehen und wirbelte Gegner von sich. Die Kräfte wirkten vertraut, aber es fehlte jedes Zeichen einer wechselseitigen Bitte. Ihre Magie war zur Behauptung geworden: Die Welt sollte sich dem Untergang fügen, und alles in ihr hatte nur noch den Wert, diesen Tag näherzubringen.
Ein Opferkreis ohne Zukunft
Mit Jedogas Tod verstummte eine der Stimmen, die Yogg-Sarons Erwachen vorbereiteten. Die Freiwilligen erhielten keine verheißene neue Welt. Sie hinterließen nur leere Plätze um eine Plattform. Ihr Kult zeigt, wie eine Erzählung vom großen Ende Menschen verführen kann, das einzige Leben zu opfern, das sie tatsächlich besitzen, damit jemand anderes für wenige Augenblicke stärker wird.