Die Schwesterschlächterin
Zu Lebzeiten war Emeni eine Sethrakprinzessin. Obwohl ihre Epoche friedlich war, tötete sie Hunderte ihrer Geschwister, um den Thron zu beanspruchen. Deshalb wurde sie als Schwesterschlächterin der Schlängelschlucht gefürchtet. Ihre Überreste lagen später an der Spitze der Himmelsrufer in Vol'dun.
Emeni war damit schon vor ihrem Tod keine missverstandene Heldin. Sie verstand Herrschaft als Recht der stärksten Überlebenden und sprach noch in den Schattenlanden stolz von ihrer königlichen Herkunft. Ihre Aufnahme in Maldraxxus belohnte genau jene Eigenschaften, die das Reich für seinen ewigen Krieg suchte: Ehrgeiz, Gewaltbereitschaft und den Willen, selbst nach einer Niederlage weiterzukämpfen.
Ein Körper als Kriegsmaschine
Im Haus der Konstrukte erhielt Emenis Seele einen mächtigen Monstrositätenkörper. Chirurg Fleischnaht und Stichmeister Rathan entwarfen ihn in den Körperbanken. Seine Haut widerstand gewöhnlichen sterblichen Waffen, und die komplexe Konstruktion hatte Jahre beansprucht. Emeni betrachtete den Körper als Kunstwerk und wurde unter dem Namen Schlächtertochter zu einer Legende.
Das Haus der Konstrukte stellte aus Fleisch, Knochen, Anima und eingefügten Seelen neue Soldaten her. Ein Körper war dort kein unveränderlicher Besitz. Er konnte zerlegt, verbessert oder einer anderen Seele zugewiesen werden. Emenis Stolz richtete sich deshalb nicht nur auf ihre Kraft, sondern auf eine Form, die eigens für sie geschaffen worden war.
Gharmal nimmt ihr den Körper
Als Markgraf Gharmal den Angriff auf Bastion begann, widersprachen Emeni, Rathan und weitere Konstrukteure. Gharmal fürchtete den Widerstand im eigenen Haus. Er ließ die Seelen der Aufständischen aus ihren Körpern entfernen und im Ätherischen Gewölbe einsperren, wo sie ohne Anima langsam vergehen sollten.
Emenis besondere Haut nahm Seelenamputator Faldo Iscar als Trophäe. Als körperloser Geist führte sie eine Liste mit 58 Verrätern, die sie bestrafen wollte. An erster Stelle stand Hofmeister Pralak. Selbst ohne ihre Kriegsmaschine blieb Emeni dieselbe rachsüchtige Persönlichkeit. Zugleich suchte sie nicht nur die eigene Rettung, sondern wollte auch die anderen gefangenen Seelen befreien.
Die Schlächtertochter wird neu gebaut
Emeni entkam mit Rathan und erreichte den Sitz des Primus. Rathan bot den Nekrolorden eine neue Konstruktarmee an, wenn ein Schlundgänger beim Rückgewinn von Emenis Körper und der Befreiung der Gefangenen half. In den Körperbanken sammelten sie Werkzeuge und holten die gestohlene Haut zurück.
An einer Montagetafel entstand ein neuer Körper für Emeni. Sobald ihre Seele wieder darin wohnte, arbeitete sie ihre Verräterliste ab und befreite ihre Freunde aus dem Gewölbe. Die geretteten Konstrukteure bezogen den Schlachterblock beim Sitz des Primus und schlossen sich Drakas Streitkräften an. Emenis Rache und der Aufbau einer neuen Gemeinschaft waren dabei nicht voneinander zu trennen.
Krieg gegen Konstrukte und Ritualisten
Emeni führte mit Alexandros Mograine den westlichen Angriff auf die Festung des Hauses der Konstrukte, während Xandria und die Kyrianer von Osten vorrückten. Weil ihr Körper nicht fliegen konnte, ließ sie Verbündete mit einem Haken auf Todesrocs springen und die Reittiere der Feinde aus der Luft schlagen.
Später beteiligten sich Emeni und ihre Monstrositäten am Sturm auf das Haus der Rituale. Als verbarrikadierte Wege den Vormarsch stoppten, behandelte sie die Hindernisse als Einladung zum Durchbruch. Sie kämpfte außerdem in Desmotaeron, in Korthia und in Zereth Mortis. Ihre neu gewonnene Loyalität zeigte sich nicht in sanfterem Verhalten, sondern darin, gegen wen sie ihre Gewalt richtete und wessen Überleben sie damit sicherte.
Eine widerwillige Freundin
Emeni wurde eine Seelenbandpartnerin eines Mitglieds des Nekrolordpakts. Sie behauptete zunächst, keine Freunde zu besitzen, sprach aber zugleich von den Gefangenen im Ätherischen Gewölbe als ihren Freunden. Später gestand sie dem Schlundgänger zumindest vorläufig dieselbe Stellung zu.
Diese Bindungen machen Emeni nicht moralisch gut. Sie bleibt stolz auf ihre Morde, liebt den Kampf und erwartet königlichen Respekt. Ihre Entwicklung besteht darin, dass sie Zugehörigkeit nicht mehr nur als Unterwerfung unter ihren Thron versteht. Rathan, die befreiten Seelen und der Nekrolordpakt erhalten ihre Loyalität, weil sie gemeinsam Gharmals Verrat überwunden haben. Aus einer Prinzessin, die Geschwister für Macht tötete, wird so eine gefährliche Beschützerin selbst gewählter Verbündeter.