Das Zentrum eines Reiches des Krieges
Maldraxxus wurde geschaffen, um die Schattenlande gegen äußere Feinde zu verteidigen. Der Primus, ein meisterhafter Stratege und Runenschmied, leitete diese Aufgabe vom Sitz des Primus aus. Um ihn herum entstanden fünf große Häuser: die Häuser der Augen, der Konstrukte, der Rituale, der Seuchen und der Auserwählten. Jedes entwickelte eine andere Form der Kriegskunst. Spione, Nekromanten, Seuchenschmiede, Soldaten und Konstrukte sollten gemeinsam eine Armee bilden, die auf jede Bedrohung reagieren konnte.
Der Sitz war nicht bloß eine Festung. Er enthielt Archive, Runenwerkstätten und Hinweise auf die Pläne seines Herrschers. Der Primus verstand, dass Maldraxxus gerade wegen seiner Stärke gefährdet war. Ehrgeiz wurde gefördert, Niederlagen waren erlaubt und Macht konnte durch Herausforderung wechseln. Solange alle Häuser derselben Aufgabe dienten, machte diese Konkurrenz das Reich anpassungsfähig. Ohne eine gemeinsame Führung verwandelte sie sich jedoch in einen Kampf um die Vorherrschaft.
Das Verschwinden des Primus
Der Primus hatte die wachsende Gefahr durch Zovaal erkannt. Er suchte nach einem Weg, den Kerkermeister aufzuhalten, wurde jedoch gefangen genommen und im Torghast eingesperrt. Dort verlor er einen Teil seiner Erinnerungen und wurde nur noch als Runenmetz erkannt. In Maldraxxus wusste niemand sicher, ob er tot war, geflohen war oder eines Tages zurückkehren würde. Der leere Sitz wurde zum sichtbaren Zeichen dieser Ungewissheit.
Die Häuser reagierten nicht mit Einigkeit. Das Haus der Seuchen wurde vernichtet, seine Forschungen wurden geplündert und über Maldraxxus verteilt. Das Haus der Augen fiel einem inneren Angriff zum Opfer. Baron Vyraz und andere Verräter arbeiteten für Kel'Thuzad und damit letztlich für den Kerkermeister. Die verbleibenden Führer beschuldigten einander. Ein Reich, das alle Schattenlande schützen sollte, begann seine Waffen gegen sich selbst zu richten.
Draka, Alexandros und die Rückeroberung
Draka, die nach ihrem Tod in Maldraxxus zu einer erfahrenen Agentin geworden war, diente dem Haus der Augen. Alexandros Mograine kämpfte im Haus der Auserwählten. Vashj führte Spione und Attentäter, während Marileth als einer der letzten bedeutenden Seuchenschmiede überlebte. Ihre Herkunft spielte im Reich des Todes eine geringere Rolle als ihre Entscheidungen. Gemeinsam versuchten sie, die Verräter zu entlarven und die verbliebenen Häuser wieder auf ihre eigentliche Aufgabe auszurichten.
Der Sitz des Primus wurde dabei erneut zum Sammelpunkt. Von dort führten die Verbündeten Feldzüge gegen das Haus der Konstrukte und das Haus der Rituale. Sie fanden Botschaften, Runen und schließlich die Spur ihres verschwundenen Herrschers. Der Kampf gegen Kel'Thuzad zeigte, dass der Bürgerkrieg nicht nur aus gewöhnlichem Ehrgeiz entstanden war. Zovaal hatte gezielt jene Schwächen ausgenutzt, die Maldraxxus schon immer begleitet hatten.
Die Rückkehr des Runenschmieds
Als der Runenschmied aus Torghast befreit wurde und seine Erinnerungen zurückerhielt, kehrte der Primus an seinen Sitz zurück. Seine Runenmagie und sein Wissen wurden entscheidend für den weiteren Kampf gegen den Kerkermeister. Er konnte erklären, wie Zovaals Siegel wirkten, und half, den Weg nach Zereth Mortis vorzubereiten. Die Rückkehr löste jedoch nicht jede Wunde. Ganze Häuser waren ausgelöscht worden, und viele ihrer Geheimnisse blieben in den Händen von Feinden.
Der Sitz des Primus steht seither für zwei Seiten Maldraxxus'. Er ist das Hauptquartier einer Verteidigungsmacht, deren Disziplin die Schattenlande bewahren kann. Zugleich erinnert er daran, wie schnell Stärke ohne gemeinsame Verantwortung zerfällt. Draka, Alexandros, Vashj und ihre Verbündeten retteten den Ort nicht, indem sie alte Rivalitäten gewannen, sondern indem sie die ursprüngliche Aufgabe Maldraxxus' über die Interessen ihrer Häuser stellten.