Ein anderer Faden derselben Geschichte
Teron'gor lebte auf jenem Draenor, das Garroshs Eingreifen von der bekannten Geschichte abzweigte. Er war nicht der Teron Blutschatten der Hauptzeitlinie, auch wenn beide als orcische Hexenmeister mit demselben Namen begannen. Ihre Wege trennten sich, bevor aus Tod und Nekromantie dieselbe Gestalt hätte werden können.
Der Teron der Hauptzeitlinie starb und wurde als Orcseele in einem menschlichen Leichnam zum ersten Todesritter der Horde. Der alternative Teron'gor blieb am Leben, diente Gul'dan im Schattenrat und führte die Blutsgebundenen. Seine Verwandlung entstand nicht aus einer Wiedererweckung, sondern aus seinem eigenen Hunger nach fremden Seelen.
Auchindoun
Gul'dan schickte Teron'gor in das draeneiische Mausoleum Auchindoun. Die Stadt war ein Heiligtum, in dem die Seelen der Verstorbenen Schutz finden sollten, und gerade deshalb begehrte die Legion ihre Macht. Teron'gor arbeitete mit den Sargerei und plante, die dort bewahrten Geister für sich und seine dämonischen Herren auszubeuten.
Als die Verteidiger ihn stellten, war der Kampf nicht das Ende. Teron'gor fiel in das Herz des Mausoleums und fand dort Hunderte draeneiische Seelen. Er verschlang sie, bis aus dem Hexenmeister eine aufgedunsene Abscheulichkeit wurde. Mit dem alten Namen blieb auch der letzte Anspruch auf Mäßigung zurück: Fortan nannte er sich Blutschatten.
Der Schlund der Seelen
Blutschatten wurde in die Höllenfeuerzitadelle gebracht. Dort war er nicht einfach ein weiterer Krieger der Legion, sondern ein lebender Kerker für die Seelen, die er in Auchindoun geraubt hatte. In seinem Inneren blieben sie gefangen und konnten, wenn seine Macht sie wieder ausstieß, gegen die Angreifer gewendet werden.
Seine Geschichte zeigt, wie unterschiedlich eine veränderte Zeitlinie verlaufen kann. Teron'gor wurde nicht zum Todesritter der ersten Horde. Doch der Charakterzug, der beide Wege verband, blieb bestehen: Er betrachtete die Seelen anderer als Material für seinen Aufstieg. In der einen Welt zwingt Gul'dan seinen Geist in einen fremden Leib; in der anderen füllt Teron'gor den eigenen Leib so lange mit fremden Geistern, bis kaum mehr als Hunger von ihm übrig bleibt.