Das Tor nach Kun-Lai
Wer aus dem alten Gebirgstunnel der Verhüllten Treppe nach Kun-Lai kommt, erreicht Binan am Ufer des Tintenkiementeichs. Das Dorf liegt an einer Engstelle zwischen Wasser und Bergen. Reisende sammeln dort Kraft, bevor sie in die kälteren Höhen aufbrechen. Binans Heiler genießen in Pandaria einen besonderen Ruf. Sie versorgen nicht nur ihre Nachbarn, sondern auch Pilger, Händler und Verwundete aus den umliegenden Provinzen.
Der Name des Ortes lässt sich mit der Flucht vor Unglück oder Verfolgung verbinden. Diese Bedeutung wurde Wirklichkeit, als Menschen aus den östlichen Teilen Kun-Lais Schutz suchten. Im Dorf trafen Familien ein, die ihre Höfe verlassen hatten. Die Heiler mussten plötzlich nicht mehr einzelne Reisende versorgen, sondern eine ganze Gemeinschaft, deren gewohnte Ordnung zusammengebrochen war.
Die Bataari greifen an
Yaungol des Bataari-Stammes errichteten westlich des Dorfes ihr Feuerlager und begannen mit Angriffen. Bürgermeister Dornbusch verstand zunächst nicht, warum die Nomaden so weit in bewohntes Land vorgedrungen waren. Die Yaungol kämpften erbittert und setzten Feuer ein, das in ihrer Kultur zugleich Waffe, Schutz und Zeichen spiritueller Macht war. Für Binans Bewohner bestand kein Zweifel daran, dass sie sich verteidigen mussten.
Hinter dem Angriff lag jedoch eine weitere Vertreibung. Der verfrühte Mantidenschwarm hatte die Yaungol aus der Tonlongsteppe gedrängt. Sie flohen über die Berge und versuchten, neues Weideland mit Gewalt zu erzwingen. Dieser Zusammenhang machte die Bataari nicht unschuldig. Er erklärte, warum eine Bedrohung aus der Schreckensöde plötzlich vor Binans Häusern stand. Jeder Angriff schob die nächste Gemeinschaft weiter, bis der Krieg Menschen erreichte, die seinen Anfang nie gesehen hatten.
Heilung inmitten einer Kettenreaktion
Helfer von Horde und Allianz unterstützten Binan und drängten die Bataari zurück. Damit war das Dorf gerettet, aber die Ursache des Konflikts lag weiterhin jenseits der Berge. Die Shado-Pan mussten in der Tonlongsteppe gegen Mantiden und das Sha des Hasses vorgehen, während im Tal der Vier Winde bereits die nächste Verteidigung vorbereitet wurde. Binan wurde zu einem frühen Hinweis darauf, dass Pandarias Krisen nicht getrennt voneinander verstanden werden konnten.
Im Dorf blieben Flüchtlinge und Verwundete zurück. Die Heiler behandelten Menschen beider Fraktionen, obwohl deren eigener Krieg ebenfalls näher rückte. Binans Geschichte handelt deshalb nicht nur von einer abgewehrten Belagerung. Sie erzählt von einem Ort, dessen besondere Fähigkeit gerade dann gebraucht wurde, als das Land in viele Fronten zerfiel: Menschen am Leben zu halten, bevor überhaupt entschieden werden konnte, wohin sie zurückkehren sollten.