Ehre und StärkeBlackmoore
Yazma
Bosse

Yazma

Yazma war Hohepriesterin Shadras, Rastakhans Meisterin der Spione und eine der schärfsten Hüterinnen seiner Herrschaft. Gerade dieses Vertrauen machte ihren Verrat so gefährlich: Sie verschlang die Macht ihrer Loa, erhob Vol'kaal und hielt Atal'Dazar für Zul und den Blutgott G'huun.

Der Weg nach Atal'Dazar

Atal'Dazar war Nekropole, Heiligtum und sichtbares Gedächtnis der zandalischen Könige. Als Prophet Zul gegen Rastakhan aufstand, drangen Blutmagie, Verrat und erhobene Tote zwischen seine goldenen Terrassen. Wer dort kämpfte, verteidigte deshalb nicht nur einen Tempel, sondern die Verbindung zwischen den lebenden Zandalari, ihren Loa und der Herrschaft ihrer Ahnen. In Yazma nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Yazma entstammte einer langen Linie von Priesterinnen Shadras, der Loa der Spione und Gifte. Am Hof erfüllte sie dieselbe Funktion wie das Netz ihrer Göttin. Gerüchte, geheime Absprachen und drohende Anschläge sollten sie erreichen, bevor daraus offene Gefahr wurde. Ihre Wachsamkeit warnte Rastakhan vor mindestens fünfzehn Mordversuchen und deckte sogar auf, dass Gurubashi wieder Blutmagie und Hakkar verehrten.

Diese Erfolge gaben Yazma außergewöhnliches Vertrauen. Als Probleme am Hafen zunahmen, hielt sie es nicht für nötig, Rastakhan unmittelbar zu behelligen. Sie wollte erst Zul entscheiden lassen, welche Wahrheit den König erreichen sollte. In diesem scheinbar kleinen Vorgang zeigte sich bereits der spätere Verrat. Die Frau, die alle Netze des Reiches sehen sollte, erlaubte einem Propheten, zwischen Wahrnehmung und Herrscher zu treten.

Der Aufstand beginnt mit einem verschlossenen Mund

Als Zul offen gegen Rastakhan vorging, stellte sich Yazma auf seine Seite. Sie tötete Habutu, bevor er den König warnen konnte. Damit benutzte sie ihr Amt genau umgekehrt: Die Meisterin der Spione verhinderte nicht länger Verschwörungen, sondern sorgte dafür, dass die entscheidende Nachricht ihr Ziel nie erreichte. Zuls Angriff gewann Zeit, weil Rastakhans bestes Warnsystem selbst zur Mauer vor der Wahrheit geworden war.

Im Garten der Loa begann Yazma, ihrer eigenen Schutzmacht die Energie zu entziehen. Vol'kaal hielt die Angreifer auf und starb, während die Hohepriesterin erfolgreich Shadras Macht in sich aufnahm. Ihr Körper nahm spinnenartige Züge an. Das war keine Erfüllung einer treuen Priesterschaft. Yazma machte aus der Verbindung zu ihrer Loa eine Einbahnstraße und behandelte die Göttin, der ihre Familie gedient hatte, als Vorrat für den eigenen Aufstieg.

Nach Rezans Tod und Wiedererhebung blieb Yazma in der Nekropole zurück, um sie für Zul zu halten. Sie beobachtete den Fall ihrer Verbündeten aus der Ferne. Alun'zas Tod stärkte ihre Kontrolle, Rezan erschien ihr als würdiges Opfer, und bei Vol'kaal vertraute sie auf eine weitere Wiederbelebung. Jeder Verlust wurde in ihrem Denken zu einem Faden, der die Eindringlinge nur tiefer in den von ihr gewählten Ort zog.

Seelen werden aus Körpern gerissen

Im letzten Kampf benutzte Yazma Shadras geraubte Kräfte. Sie riss Seelen aus lebenden Körpern und füllte den Saal mit Echos der Spinnenloa. Berührten diese Abbilder ein Ziel, platzten sie in Schattenenergie. Das Netz bestand nicht aus Seide, sondern aus getrennten Seelen, giftigen Räumen und der Angst vor einem einzigen falschen Schritt. Ihre Spionagekunst war zur unmittelbaren Herrschaft über das Innere anderer geworden.

Yazma fiel trotz aller Informationen, geraubten Macht und untoten Diener. Ihr Tod beendete die Besetzung Atal'Dazars, konnte Shadra und Rezan jedoch nicht zurückbringen. Ihre Geschichte zeigt, weshalb Verrat aus dem Zentrum gefährlicher ist als ein unbekannter Feind. Yazma kannte die Schutzmechanismen des Reiches, weil sie selbst einer davon gewesen war. Als sie die Seite wechselte, wurde jedes frühere Verdienst zum Wissen darüber, wo Zandalar am leichtesten zu verletzen war.