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Priesterin Alun'za
Bosse

Priesterin Alun'za

Priesterin Alun'za verteidigte Atal'Dazars goldenes Heiligtum mit fanatischer Hingabe. Weil sie die Eindringlinge für Yazmas Diener hielt, wollte sie jede Verderbnis um jeden Preis auswaschen und verwandelte Gold, Blut und ein Reinigungsritual in Waffen gegen mögliche Retter.

Der Weg nach Atal'Dazar

Atal'Dazar war Nekropole, Heiligtum und sichtbares Gedächtnis der zandalischen Könige. Als Prophet Zul gegen Rastakhan aufstand, drangen Blutmagie, Verrat und erhobene Tote zwischen seine goldenen Terrassen. Wer dort kämpfte, verteidigte deshalb nicht nur einen Tempel, sondern die Verbindung zwischen den lebenden Zandalari, ihren Loa und der Herrschaft ihrer Ahnen. In Priesterin Alun'za nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Alun'za stand nicht im Zentrum von Zuls Verschwörung. Ihre Aufgabe war der Schutz eines heiligen Bereichs von Atal'Dazar, in dem Gold nicht bloß Reichtum bedeutete. Es spiegelte königliche Würde, rituelle Reinheit und die Vorstellung, dass Zandalars lange Geschichte selbst im Stein weiterglänzte. Als Verderbnis in die Nekropole eindrang, hielt die Priesterin an dieser Pflicht so fest, dass jedes fremde Gesicht zur möglichen Fortsetzung des Verrats wurde.

Ein Irrtum macht Verbündete zu Feinden

Die Eindringlinge kamen, um Yazma und Zuls Anhänger aufzuhalten. Alun'za begrüßte sie dennoch als Diener der abtrünnigen Hohepriesterin. In einer Grabstätte voller Täuschung war Misstrauen verständlich, doch ihr Fanatismus ließ keine Prüfung zu. Sie wollte den Tempel reinigen, bevor sie fragte, wer ihn beschmutzte. So wurde eine Verteidigerin zur ersten Mauer vor jenen, die dasselbe Heiligtum retten wollten.

Alun'za bewegte das Gold des Heiligtums wie eine lebende Substanz. Es überzog ihre Krallen, verstärkte jeden Schlag und spritzte als glühende Last auf zufällige Ziele. Wurde das Metall verdorben, schwächte es zusätzlich die Kraft seiner Opfer. Das Symbol der unvergänglichen Dynastie zeigte damit zwei Gesichter: Es konnte Reinheit verkörpern, aber unter falscher Gewissheit ebenso jeden verbrennen, der dem eigenen Urteil nicht entsprach.

Beflecktes Blut sammelt sich am Boden

Zwischen den goldenen Flächen entstanden Lachen aus beflecktem Blut. Für Alun'za waren sie der sichtbare Schmutz, den ihr Ritual beseitigen sollte. Goldgeister bewegten sich zu den Lachen und nahmen sie auf. Die Priesterin wollte Ordnung schaffen, doch jeder entfernte Fleck nahm den Eindringlingen zugleich das einzige Mittel, ihre Reinigung gegen sie zu wenden. Verderbnis wurde nicht nur Gefahr, sondern ein begrenzter Schutz vor falscher Reinheit.

Sobald Alun'za genügend Macht gesammelt hatte, begann sie eine Transfusion. Reines Blut hätte sie vollständig geheilt. Trug ein Ziel im richtigen Augenblick jedoch die Befleckung einer Lache, floss der verdorbene Strom in die Priesterin und verletzte sie. Der Kampf verlangte deshalb eine paradoxe Entscheidung: Um das Heiligtum zu retten, mussten Menschen bewusst jene Verderbnis berühren, die Alun'za um jeden Preis beseitigen wollte.

Fanatismus kennt nur vollständige Säuberung

Alun'zas Tragik lag nicht darin, dass ihr Reinheit gleichgültig war. Sie opferte sich gerade für dieses Ideal. Doch ihr Satz, jede Verderbnis müsse verschwinden, ließ keinen Raum für Heilung, Zweifel oder einen schmutzigen Verbündeten. Ein Tempel im Bürgerkrieg konnte nicht gerettet werden, indem jede Uneindeutigkeit verbrannt wurde. Das Reinigungsritual musste enden, weil es längst mehr Leben bedrohte als die Flecken, gegen die es gerichtet war.

Sterbend dachte Alun'za noch an die Lachen, die gereinigt werden müssten. Sie erfuhr nicht, dass ihre Gegner tiefer in Atal'Dazar vordrangen und Yazma tatsächlich stellten. Ihr Fall öffnete den Weg, hinterließ aber keinen Triumph über eine bewusste Verräterin. Die Nekropole verlor eine loyale Hüterin an denselben Zusammenbruch des Vertrauens, mit dem Zul das ganze Reich schwächte.