Der Weg nach Der Sitz des Triumvirats
Der Sitz des Triumvirats war einst das Zentrum eredarischer Macht in Eredath, lange bevor Argus fiel und Velen mit den späteren Draenei floh. Jahrtausende später lag zwischen seinen leeren Hallen die verdunkelte Naaru L'ura. Ihre Leerenenergie rief die Schattenwache herbei, während Alleria Windläufer und der Locus-Wandler denselben Ort betraten, um Wissen, Relikte und einen gefährlichen Weg zur Beherrschung der Leere zu suchen. In Vizekönig Nezhar nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
L'uras Verwandlung erfüllte den verlassenen Sitz mit einer Leere, die weit über Eredath hinaus spürbar war. Nezhar hörte darin keine Warnung. Wie andere Ätherische der Schattenwache sah er eine Quelle, die sich beherrschen und für eigene Vorhaben verwenden ließ. Er folgte dem Ruf bis an den Tempel und war bereit, jedes alte Heiligtum zu zerbrechen, solange die Macht dahinter einen neuen Besitzer bekam.
Gefäße für eine Macht ohne Grenze
Nezhar experimentierte damit, Schiffe und andere Träger mit Schatten zu füllen. Auf Argus hätte er dafür nicht nur eine einzelne Kreatur wie Zuraal zur Verfügung gehabt. Ruinen, Legionsmaschinen und die verdunkelte Naaru selbst konnten Teil eines größeren Entwurfs werden. Sein Ehrgeiz bedrohte deshalb mehr als den Sitz. Gelang die Bindung, hätte die Schattenwache die Leere transportieren und dort freisetzen können, wo kein natürliches Tor zu ihr bestand.
Zu Beginn des Kampfes legte Nezhar einen Ring aus kollabierender Leere um den Raum. Langsam drang er nach innen und nahm immer mehr Boden. Der Vizekönig machte Zeit zu seinem Verbündeten. Jeder überstandene Augenblick verringerte die Möglichkeiten seiner Gegner, während er selbst in der Mitte blieb. So sah seine Vorstellung von Herrschaft aus: Nicht der Meister passte sich der Macht an, sondern die ganze Welt wurde so lange zusammengedrückt, bis nur noch sein Platz übrig blieb.
Entropische Kraft schob alle Körper auf den tödlichen Rand zu. Heulende Dunkelheit füllte den Geist mit Furcht und nahm Menschen gerade dann die Kontrolle über ihre Schritte, wenn jeder Schritt zählte. Nezhar verband äußeren Druck mit innerem Schrecken. Wer nur gegen den Wind ankämpfte, konnte am eigenen Entsetzen scheitern; wer nur den Geist sammelte, wurde von einer Macht bewegt, die keine Zustimmung brauchte.
Tentakel hinterlassen Narben im Geist
Aus kleinen Rissen brachen Schattententakel hervor und peitschten zufällige Ziele. Ihre Berührung verletzte nicht nur Fleisch. Jede Salve hinterließ eine Narbe in der Psyche und erschwerte weitere Heilung. Der Vizekönig verwandelte damit kurze Fehler in bleibende Schwäche. Je länger die Tentakel bestanden, desto weniger konnte die Gruppe frühere Wunden ausgleichen, während der äußere Ring weiterhin näher kam.
Nezhars Wahnsinn wuchs während des Kampfes stetig. Am Höhepunkt rief er Leerenwirker der Schattenwache, die ihn mit einem dunklen Bollwerk vor Schaden und Unterbrechung schützten. Hinter diesem Schutz begann er die Ewige Dämmerung zu formen, eine Entladung, die niemand überleben sollte. Seine angebliche Beherrschung der Leere endete ausgerechnet in einem Zustand, in dem andere seinen unkontrollierten Geist abschirmen mussten.
Im Tod klagte Nezhar, die Dunkelheit hätte seine sein sollen, und warnte zugleich, die Leere werde alles verschlingen. Beide Gedanken widersprachen sich und enthüllten seinen Irrtum. Eine Macht, die alles verzehren will, kann kein persönlicher Besitz werden. Der Vizekönig hatte sich für den künftigen Herrn gehalten, blieb aber nur ein weiterer Suchender, den L'uras Klagelied bis an die Schwelle geführt hatte.
Der Weg zu L'ura und Allerias Prüfung
Nach Nezhars Fall spürte Alleria die Verzweiflung im Inneren des Sitzes. Mit den Lehren des Locus-Wandlers öffnete sie den Weg zur verdunkelten Naaru. Der Kampf gegen den Vizekönig hatte bereits gezeigt, was auf dem Spiel stand: Leere ließ sich berühren und sogar verwenden, aber nicht durch Besitzdenken zähmen. Alleria musste tiefer gehen, ohne Nezhars Fehler zu wiederholen und ihre eigene Stimme an die Macht zu verlieren, die sie aufnehmen wollte.