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Torghast
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Torghast

Torghast ist der Turm der Verdammten im Herzen des Schlunds: Gefängnis, Folterstätte und Werkstatt der Herrschaftsmagie. Seine wechselnden Hallen bewahrten die Geheimnisse, aus denen Frostgram und der Helm der Herrschaft hervorgingen.

Der Turm im Schlund

Torghast erhebt sich dort, wo der Schlund am dunkelsten wird. Seine Spitze verschwindet im Sturm, seine Fundamente scheinen tiefer zu reichen als der Boden eines gewöhnlichen Reiches. Für Zovaal war der Turm zugleich Thron, Festung und Werkzeug. Hier wurden Seelen nicht nur eingeschlossen. Ihre Hoffnung, Erinnerung und Kraft sollten so lange gebrochen werden, bis nur noch etwas Verwendbares übrig blieb.

Die Wächter nannten Torghast ein Gefängnis für die gefährlichsten Seelen. Unter dem Kerkermeister wurde diese Behauptung zur Ausrede, mit der jedes Opfer verschwinden konnte. Unschuldige und Schuldige saßen in benachbarten Zellen, voneinander getrennt durch Mauern, die kein festes Maß kannten. Wer in den Turm geriet, sollte nicht auf ein Urteil warten, sondern aus der Geschichte verschwinden.

Eine Architektur, die jagt

Torghast ist kein Bauwerk, das sich verlässlich kartieren lässt. Treppen führen nach einer Rückkehr an andere Orte, Kammern schließen sich, und ganze Flügel ordnen sich neu. Die wechselnde Gestalt war mehr als eine Prüfung für Eindringlinge. Sie nahm Gefangenen die Gewissheit, dass es überhaupt einen Weg nach draußen geben könne.

Ketten, Räder und gewaltige Schmieden geben jeder Halle denselben Gedanken: Bewegung ist nur erlaubt, wenn sie Zovaals Zweck dient. Selbst Anima erscheint im Turm nicht als Nahrung eines natürlichen Kreislaufs, sondern als Brennstoff und Beute. Aus den Resten gequälter Seelen entstand Seelenasche, ein Material, in dem die Gewalt des Ortes noch nachhallte.

Der Runenmetz und die Waffen der Herrschaft

In einer abgelegenen Kammer kettete Zovaal einen Gefangenen an eine Schmiede und nahm ihm seine Erinnerung. Der Mann nannte sich nur den Runenmetz. Erst nach und nach kehrte die Wahrheit zurück: Er war der Primus von Maldraxxus, ein Meister der Strategie und der Runen, den der Kerkermeister zur Arbeit gezwungen hatte.

Unter diesem Zwang entstanden die mächtigsten Werkzeuge der Herrschaftsmagie. Frostgram und der Helm der Herrschaft gelangten aus Torghast in die Hände der Nathrezim und schließlich nach Azeroth. Dort machten sie Ner'zhul und Arthas zu Werkzeugen eines Plans, dessen Ursprung niemand auf der Eiskronenzitadelle erkennen konnte. Der Turm bewies damit, dass ein Gefängnis Welten verwunden kann, ohne seine Mauern zu verlassen.

Stimmen hinter den Türen

Als der Schleier brach, ließ Zovaal bedeutende Gefangene nach Torghast bringen. Baine Bluthuf, Jaina Prachtmeer, Thrall und Anduin Wrynn wurden voneinander getrennt und mit den Ängsten ihrer Vergangenheit konfrontiert. Rettungszüge in den Turm waren deshalb keine gewöhnlichen Stürme auf eine Festung. Jede geöffnete Zelle konnte eine Seele enthalten, die längst gelernt hatte, auf kein Geräusch mehr zu hoffen.

Anduins Gefangenschaft führte tiefer als die der anderen. Zovaal zwang ihn mit Herrschaftsmagie, die Siegel der Ewigen zu rauben. Sein Körper verließ Torghast, doch die Ketten reisten in seinem Willen weiter. Damit zeigte der Kerkermeister die vollkommenste Form seiner Macht: Nicht eine verschlossene Tür, sondern ein Opfer, das gegen die eigenen Freunde handelt und jede Tat miterleben muss.

Der Schatten der Eiskrone

Als Sterbliche Torghast erstmals sahen, erkannten sie in seinen Türmen, Ketten und eisigen Spitzen ein fernes Gegenbild der Eiskronenzitadelle. Die Ähnlichkeit verband zwei Geschichten, die lange getrennt erschienen waren. Der Lichkönig war kein isoliertes Unheil Azeroths; seine Krone und sein Schwert trugen den Willen eines viel älteren Kerkermeisters.

Zovaals Niederlage nahm Torghast seinen Herrn, aber nicht seine Vergangenheit. Der Turm bleibt das Denkmal einer Ordnung, in der Schuld nicht geprüft und Leid nicht begrenzt wurde. Seine Hallen erzählen, wohin ein Reich des Todes gerät, wenn Verwahrung zum Zweck an sich wird: Das Gefängnis wächst, bis schließlich jede Welt vor seiner Tür steht.