Chi-Ji lehrt Hoffnung ohne Verdrängung
Über den Sümpfen und Dschungeln der Krasarangwildnis erhebt sich der Tempel des Roten Kranichs. Seine roten Dächer sind schon aus großer Entfernung zu sehen. Dort lebt Chi-Ji, einer der vier Erhabenen Himmlischen, mit dem Kranichorden. Die Schüler verehren ihn als Verkörperung der Hoffnung. Damit meinen sie nicht die Erwartung, dass alles gut ausgehen müsse. Chi-Jis Lehre beginnt mit der Anerkennung von Schmerz. Hoffnung zeigt sich erst darin, trotz Verlust und Angst weiter verantwortlich zu handeln.
Diese Lehre war in Krasarang besonders wichtig. Die Region lag voller Mogu-Ruinen und alter Wunden. Reisende verschwanden im Dschungel, Saurok griffen Siedlungen an und die Sha fanden in verzweifelten Gedanken Nahrung. Der Tempel bot Schutz und bildete Menschen aus, die anderen durch solche Krisen helfen konnten. Seine Mönche sollten Verzweiflung nicht verurteilen, sondern verhindern, dass sie einen Menschen vollständig beherrschte.
Das Sha der Verzweiflung fällt über den Tempel her
Als der Krieg zwischen Horde und Allianz Pandaria erschütterte, brachen die Fesseln des Sha der Verzweiflung. Die Macht tötete ihre Wächter, drang in den Tempel ein und erfasste viele Bewohner. Selbst Chi-Ji wurde gefangen. Überlebende flohen zum Kranichschwingenrefugium nördlich des Flusses. Von dort sammelte Koro Nebelgänger die Kräfte für eine Rückkehr.
Anduin Wrynn befand sich zu dieser Zeit im Tempel. Der junge Prinz war nicht nach Pandaria gekommen, um ein Reich zu erobern. Er wollte verstehen, warum die Sha auf Gefühle reagierten und wie sein Volk verhindern konnte, den eigenen Krieg in eine noch größere Katastrophe zu verwandeln. Gemeinsam mit anderen Helfern reinigte er die Pagoden, rettete zurückgebliebene Ordensmitglieder und befreite Chi-Ji. Viele Verteidiger starben. Der Sieg bestätigte daher nicht, dass Hoffnung Leiden ungeschehen macht. Er bewies, dass Verzweiflung trotz wirklicher Verluste überwunden werden kann.
Ein Heiligtum im Fraktionskrieg
Der gereinigte Tempel begann mit dem Wiederaufbau. Chi-Ji schickte Anhänger nach Steinpflug, damit sie den Menschen im Tal der Vier Winde während des Mantidenangriffs beistanden. Wenige Monate später erreichte jedoch der Fraktionskrieg selbst die Küste. Hordetruppen unter Kommandant Narbenpanzer besetzten den Tempel. Ein Ort, der gerade erst vom Sha befreit worden war, wurde erneut zum militärischen Stützpunkt gemacht.
Die Besetzung zeigte den Unterschied zwischen einer Hilfe suchenden Expedition und einer Armee, die Land beansprucht. Für den Kranichorden waren die Soldaten nicht bloß Fremde. Sie stellten Chi-Jis Lehre auf die Probe: Wie bewahrt man Hoffnung, wenn Gewalt nach einer mühsamen Heilung zurückkehrt? Der Tempel wurde wieder befreit. Seine Geschichte blieb dennoch mit Pandarias größerem Konflikt verbunden. Hoffnung bedeutete dort nie, Gefahren zu übersehen. Sie bedeutete, nach jedem Angriff den Wiederaufbau erneut zu beginnen.