Ehre und StärkeBlackmoore
Falanaar
Welt

Falanaar

Falanaar war ein alter Ort der Elunenverehrung und arkanen Forschung. Der fehlgeschlagene erste Arcan'dor verwandelte Bewohner in Fal'dorei; Jahrtausende später wird dieselbe Ruine zur Warnung für Farodins neuen Baum in Shal'Aran.

Ein Ort zwischen Elune und arkaner Forschung

Hinter dem Bernsteinforst im Westen Suramars lag Falanaar. Die Mauern unterschieden sich von den Befestigungen der Hauptstadt und sprechen dafür, dass der Ort eine eigene Siedlung gewesen war. In seinem Inneren befand sich der Tempel von Fal'adora, ein Heiligtum Elunes. Zugleich arbeiteten Gelehrte dort mit den Leylinien und untersuchten, wie arkane Kraft mit lebender Natur verbunden werden konnte. Diese beiden Traditionen standen nicht zwingend im Widerspruch. Noch vor dem Großen Bruch waren Religion, Magie und die Pflege der Landschaft in vielen Teilen des kaldoreiischen Reiches eng miteinander verflochten.

Aus diesen Versuchen entstand ein Arcan'dor. Der Baum sollte ein Gleichgewicht herstellen: Seine Wurzeln nahmen arkane Energie auf, während sein Wachstum durch Naturmagie geordnet wurde. Für ein Volk, dessen Leben immer stärker vom Brunnen der Ewigkeit abhing, lag darin eine mögliche Antwort auf die Gefahren einseitiger arkaner Ernährung. Der Versuch war jedoch empfindlich. Wenn eine der beiden Kräfte überwog, konnte der Baum nicht nur sterben, sondern die Magie in seiner Umgebung auf unvorhersehbare Weise verändern.

Der gescheiterte Arcan'dor

Als der Krieg der Ahnen und der Große Bruch die Region erschütterten, brach das Gleichgewicht zusammen. Der Arcan'dor in Falanaar misslang. Seine Energie verwandelte die Bewohner nicht in gewöhnliche Verdorrte. Ihre Körper nahmen spinnenartige Formen an, und aus ihnen wurden die Fal'dorei. In den eingestürzten Tunneln unter der Siedlung bauten sie ein eigenes Reich aus Netzen, Brutkammern und den Resten der alten Anlagen auf.

Die Fal'dorei bewahrten Intelligenz und Organisation, doch ihre Gesellschaft war von der Katastrophe geprägt. Sie jagten Eindringlinge, verschleppten Nachtgefallene und betrachteten die Ruinen als ihr Gebiet. Der zerbrochene Ort des ersten Arcan'dor, der Shattered Locus, blieb in den Tunneln sichtbar. Was als Verbindung von Natur und Arkanem gedacht gewesen war, hatte eine neue Lebensform geschaffen, deren Existenz niemand geplant hatte.

Farodins Warnung und Thalyssras Hoffnung

Jahrtausende später kehrte der Valewalker Farodin nach Falanaar zurück. Er kannte die Geschichte des gescheiterten Baumes und trug die Verantwortung dafür, dass sich dieselbe Katastrophe nicht wiederholte. Als in Shal'Aran ein neuer Arcan'dor gepflanzt wurde, war Falanaar deshalb keine ferne Ruine, sondern die wichtigste Warnung. Der neue Baum musste zugleich aus den Leylinien und aus der Kraft des Lebens genährt werden. Ein Übermaß an arkaner Energie hätte erneut jene Verwandlung auslösen können, die in den Tunneln weiterlebte.

Die Nachtgefallenen betraten Falanaar, um die alten Anlagen zu untersuchen und das Leyliniennetz zu sichern. Dabei gerieten sie in den Krieg mit den Fal'dorei. Dieser Kampf war tragisch, weil beide Gruppen aus derselben Geschichte Suramars hervorgegangen waren. Die einen waren durch Entzug und Verbannung gezeichnet, die anderen durch einen fehlgeschlagenen Heilungsversuch. Keine Seite war einfach ein fremdes Volk, das zufällig in den Ruinen lebte.

Dass der Arcan'dor in Shal'Aran schließlich gelang, löschte Falanaars Vergangenheit nicht aus. Sein Erfolg war gerade deshalb möglich, weil Farodin die alte Niederlage ernst nahm. Die Früchte des neuen Baumes heilten die Abhängigkeit der Nachtgefallenen und ermöglichten ihnen ein Leben ohne den Nachtbrunnen. Falanaar blieb als Gegenbild bestehen: ein Ort, an dem gute Absicht, unvollständiges Wissen und eine kosmische Katastrophe gemeinsam ein Volk hervorgebracht hatten, das seinen Platz nur noch unter den Trümmern fand.