Der Hafen unter dem Weltenbaum
Darnassus lag hoch auf Teldrassil, weit über dem Meer. Schiffe konnten die Hauptstadt nicht direkt erreichen. Am Fuß des Weltenbaums entstand deshalb Rut'theran. Ein magischer Durchgang verband den Hafen mit Darnassus, während Stege und Hippogryphenrouten Verbindungen zur Dunkelküste und zu anderen Teilen Kalimdors schufen.
Der Ort war klein, doch fast jeder Reisende nach Teldrassil musste ihn passieren. Händler entluden Waren, Schildwachen kontrollierten die Küste, und Besucher sahen hier zum ersten Mal den gewaltigen Stamm des jungen Weltenbaums.
Das Tor einer zurückgezogenen Gesellschaft
Die Nachtelfen hatten zehntausend Jahre lang weitgehend abgeschieden gelebt. Nach dem Dritten Krieg wurden Bündnisse und Reisen wichtiger. Rut'theran war einer jener Orte, an denen diese Öffnung praktisch wurde. Menschen, Zwerge und andere Verbündete erreichten über den Hafen die neue Hauptstadt der Kaldorei.
Gleichzeitig blieb die Verbindung kontrolliert. Der Hafen zeigte, dass sich die Nachtelfen der Welt zuwandten, ohne ihre Heimat vollständig preiszugeben. Zwischen Meer und Portal lag eine klare Schwelle.
Evakuierung und Verlust
Als die Horde im Krieg der Dornen zur Dunkelküste vorrückte, wurde Rut'theran zum Fluchtpunkt. Bewohner Teldrassils versuchten, über Portal und Schiffe zu entkommen. Der Brand des Weltenbaums machte aus dem Hafen einen Ort verzweifelter Evakuierung.
Viele erreichten Sicherheit, viele andere nicht. Mit Teldrassils Zerstörung verlor Rut'theran seine Aufgabe und seine Heimat zugleich. Wo zuvor Reisende ankamen, standen nun Überlebende, die nicht wussten, wohin sie zurückkehren sollten.
Eine kleine Siedlung an einer großen Schwelle
Rut'theran war nie politisches Zentrum. Seine Bedeutung lag in der Verbindung. Der Hafen verknüpfte eine auf einem Weltenbaum errichtete Hauptstadt mit Häfen, Kriegen und Bündnissen der übrigen Welt. Sein Ende zeigt, wie schnell aus einem Tor zur Heimat ein Weg aus ihr werden kann.