Ein Gelehrter aus Dalaran
Noth begann nicht als Untoter. Er war ein begabter Magier und Alchemist aus Dalaran, einer Stadt, in der arkane Forschung hohes Ansehen genoss. Dieses Wissen machte ihn für Kel'Thuzad wertvoll. Der Kult der Verdammten brauchte Gelehrte, die aus Nekromantie eine verlässliche Waffe machen konnten, und Noth half, die Seuche zu entwickeln, die Lordaeron verwüstete.
Die Arbeit bestand nicht nur aus Zaubern. Die Seuche musste hergestellt, verborgen und über verseuchtes Getreide verbreitet werden. Noth gehörte damit zu jenen Menschen, deren Entscheidungen den Untergang ganzer Städte vorbereiteten, lange bevor die Toten offen marschierten.
Reue, die zu spät kam
Überliefert ist, dass Noth schließlich begriff, was er angerichtet hatte. Er wollte den Kult verlassen und zu seiner Familie zurückkehren. Für Kel'Thuzad war dieser Sinneswandel kein Grund zur Vergebung. Noth wurde aufgespürt, seine Frau und sein Kind wurden getötet, und Heigan folterte ihn, bis von seinem Widerstand nichts mehr übrig war.
Danach diente Noth als Seuchenfürst in Naxxramas. Seine Geschichte unterscheidet sich von der eines von Anfang an überzeugten Fanatikers. Er war schuldig, erkannte diese Schuld und wurde dennoch zum dauerhaften Werkzeug der Macht, der er sich angeschlossen hatte.
Der Seuchenflügel
Im Seuchenviertel beschwor Noth Skelette und wechselte zwischen seinem Labor und dem Schlachtfeld. Seine Magie trug die Handschrift eines ausgebildeten Magiers, doch alles war nun auf Tod und Wiedererweckung ausgerichtet. Hinter ihm lagen die Produktionsstätten, in denen die Geißel Krankheit nicht als unkontrolliertes Übel, sondern als planbares Kriegsmittel behandelte.
Sein Tod in Naxxramas beendete den Dienst eines der Männer, die an der Seuche mitgearbeitet hatten. Er machte die Opfer nicht ungeschehen. Noths Weg zeigt, weshalb der Kult der Verdammten so zerstörerisch war: Wissen konnte aus freien Stücken in seinen Dienst treten, doch ein später Rückweg war kaum möglich.