Der Meister der Kessel
Heigan gehörte zu den Männern, die aus der Seuche des Untodes ein flächendeckendes System machten. In den Pestländern standen Kessel, deren Dämpfe und Flüssigkeiten den Boden vergifteten und die Herrschaft der Geißel sicherten. Heigan war eng mit dieser Arbeit verbunden. Wo Noth alchemistisches Wissen eingebracht hatte, sorgte Heigan für Anwendung, Kontrolle und fortgesetzte Produktion.
Sein Beiname der Unreine beschrieb mehr als sein Äußeres. Heigans Reich war eine Umgebung, in der Krankheit zur Ordnung geworden war. Giftige Gase, verseuchte Böden und wiederkehrende Ausbrüche waren keine Pannen, sondern Teil der Verteidigung.
Folterer und Aufseher
Als Noth seine Beteiligung bereute, wurde Heigan damit beauftragt, ihn zu bestrafen. Er folterte den ehemaligen Magier und machte aus ihm erneut einen gehorsamen Diener. Damit stand Heigan nicht nur für die Herstellung der Seuche, sondern auch für die innere Disziplin des Kultes: Wer aussteigen wollte, wurde gebrochen und anschließend weiterverwendet.
In Naxxramas beherrschte Heigan eine Halle, in der der Boden selbst zur Waffe wurde. Giftige Eruptionen wanderten durch den Raum und zwangen Eindringlinge, ihre Bewegung genau auf seine Anlagen abzustimmen. Der Kampf war wie eine Vorführung seines Handwerks. Heigan ließ die Umgebung töten, während er selbst Nekromantie und Krankheit einsetzte.
Sein Quartier zeigte zugleich, wie technisch die Geißel vorging. Die Pest war nicht bloß ein Fluch des Lichkönigs. Sie wurde von Fachleuten entwickelt, durch Apparaturen verteilt und mit militärischer Präzision bewacht.
Ein Ende, keine Reinigung
Heigans Fall beseitigte einen der erfahrensten Seuchenmeister der Geißel. Die verseuchten Länder heilten dadurch nicht sofort. Seine Kessel und die von ihm mitgeschaffenen Verfahren hatten Spuren hinterlassen, die weit über Naxxramas hinausreichten.