Der Weg nach Die Königsruh
Tief unter Atal'Dazar lag die Königsruh, versiegelt für jene Herrscher, deren Namen das Reich Zandalar geformt hatten. Zuls Anhänger brachen die Schutzschichten auf und richteten die Vergangenheit gegen die Lebenden. Wächter, Bestatter und tote Könige wurden damit Teil eines Angriffs, der Rastakhans Dynastie nicht nur stürzen, sondern ihre gesamte Erinnerung dem Blutgott G'huun unterwerfen sollte. In Mchimba der Balsamierer nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Zandalar kannte einst sterbliche Balsamierer, deren Aufgabe weit über handwerkliche Konservierung hinausging. Sie bereiteten Herrscher für die ewige Ruhe vor, schützten ihre Überreste und bewahrten damit die sichtbare Gestalt politischer Erinnerung. Jeder Körper musste gegen Zeit, Feuchtigkeit und jene Magie gesichert werden, die in einer Nekropole ebenso Schutz wie Gefahr bedeutete.
Verderbtes Blut macht Berührung tödlich
Während der letzten Zeit des Rates der Stämme brach eine schreckliche Blutseuche aus. Tausende Trolle starben, und ihre Körper waren so verseucht, dass eine gewöhnliche Bestattung weitere Leben gefährdet hätte. Viele Tote wurden verbrannt und in besonderen Urnen aufbewahrt. Für die königlichen Gräber brauchte das Reich dennoch Hände, die keine Krankheit aufnehmen konnten.
Konstrukte wie Mchimba wurden mit dem düsteren Dienst betraut. Ein Golem atmete keine Erreger ein und trug keine Seuche zu seiner Familie. Was als Notmaßnahme begonnen hatte, wurde zur dauerhaften Ordnung. Jahrhunderte vergingen, während Mchimba Körper vorbereitete, Kammern verschloss und eine Arbeit fortsetzte, deren ursprüngliche sterbliche Kaste längst verschwunden war.
Jeder lebende Körper gilt als Infektion
Als die Verfolger Zuls seine Kammer betraten, sah Mchimba keine möglichen Retter. Sein Auftrag erkannte Körper, Verderbnis und Bestattung. Er erklärte die Lebenden für infiziert und versuchte, die Blutkrankheit aus ihnen herauszubrennen. Der Golem war nicht von Zuls Ehrgeiz erfüllt. Er folgte einer jahrtausendealten Seuchenregel, die außerhalb ihres ursprünglichen Notfalls selbst mörderisch geworden war.
Mchimba sperrte einzelne Menschen in Sarkophage und bereitete sie auf ewige Ruhe vor. Gefährten mussten unter mehreren geschlossenen Behältern erkennen, in welchem ihr Verbündeter lag. Ein falscher Deckel verschwendete Zeit und konnte neue Gefahr freisetzen. Der Raum machte aus Bestattungsarbeit ein Spiel gegen die Uhr, in dem die Lebenden beweisen mussten, dass ein verschlossener Körper noch nicht zu den Toten gehörte.
Feuer reinigt und zerstört
Mit brennender Verderbnis wollte Mchimba den vermeintlichen Blutfluch tilgen. Für einen Golem, der während einer Seuche geschaffen worden war, besaß Feuer klare Logik: Es vernichtete jene Rückstände, die keine Balsamierung sicher bewahren konnte. Im Kampf traf diese Logik Menschen, die weder krank noch bestattungsbereit waren. Zweckmäßige Hygiene war zu einem Urteil ohne Diagnose geworden.
Sterbend hielt Mchimba noch an der Pflicht fest, die Toten zu bewahren. Seine lange Arbeit war nicht wertlos gewesen. Unzählige Herrscher hatten durch ihn eine sichere Grabstätte erhalten. Doch in Zuls geöffnetem Grab konnte ein Automat nicht mehr zwischen Bewahrung und Beihilfe zur Gefangenschaft unterscheiden. Der Weg führte weiter zu jenen Königen, deren Körper nun gerade wegen ihrer perfekten Konservierung als Waffen erhoben werden konnten.