Der Weg nach Thron der Gezeiten
Im Abyssischen Schlund lag Neptulons Reich wie ein Palast aus Strömung, Muschel und uralter elementarer Gewalt. Als die Naga im Auftrag dunkler Mächte einfielen, wurde der Thron der Gezeiten zum Mittelpunkt eines Krieges um das Meer selbst. Wer seine Hallen betrat, folgte keiner gewöhnlichen Belagerung, sondern einer Spur aus geraubtem Willen, verseuchtem Wasser und einem Elementarfürsten, den seine Feinde lebend brauchten. In Kommandant Ulthok nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Ulthok war alt, lange bevor Menschen Küsten benannten oder Schiffe über Vashj'irs Wasser führten. Als Gesichtsloser gehörte er zu jenen Geschöpfen, die den Willen der Alten Götter in Körper, Befehl und Gewalt übersetzten. Sein Titel Prinz bezeichnete keine freundliche Erbfolge. Er sprach von Rang innerhalb einer Ordnung, die Sterbliche nur als kurze Erscheinungen betrachtete.
Legionen in den tiefsten Gräben
In den Abgründen um Vashj'ir führte Ulthok Gesichtlose und andere Diener. Dort unten erreichte kaum ein gewöhnliches Licht den Boden. Seine Herrschaft brauchte keine Mauern; Druck, Dunkelheit und die Gewissheit, dass aus jedem unbekannten Spalt ein weiterer Diener hervortreten konnte, bildeten eine Festung, die sich über ganze Gräben erstreckte.
Die Alten Götter sandten Ulthok, um Naz'jars Angriff auf Neptulon zu stützen. Naga und Gesichtlose kämpften Seite an Seite, doch ihr Bündnis beruhte nicht auf Gleichheit. Azsharas Leute öffneten Wege und banden Verteidiger, während Ulthok die ältere, dunklere Macht hinter dem Feldzug sichtbar machte.
Nach Naz'jars Fall aktivierten Eindringlinge Neptulons Verteidigung. Ulthok antwortete nicht mit vorsichtiger Belagerung. Er brach von oben in die Halle und landete unmittelbar vor ihnen. Der Aufprall war eine Erklärung seiner ganzen Natur: Wo andere einen Eingang suchten, machte der Eiternde Prinz aus der Grenze nur weiteren Schutt.
Dunkle Spalten im Boden
Ulthok riss dunkle Spalten auf, aus denen verderbte Energie quoll. Sie wuchsen zu Bereichen, in denen jeder Schritt langsamer und jeder Atemzug gefährlicher wurde. Die Halle blieb äußerlich Neptulons Besitz, doch unter Ulthoks Einfluss begann ihr Boden bereits, sich wie ein Stück des Reiches der Alten Götter zu verhalten.
Mit einem gewaltigen Arm packte Ulthok einzelne Gegner, quetschte sie und schleuderte sie fort. Es war keine kunstvolle Kriegsführung. Der Griff machte aus einem Menschen für wenige Augenblicke einen Gegenstand in der Hand eines uralten Wesens. Wer überleben wollte, brauchte Gefährten, die selbst dann weiterkämpften, wenn einer von ihnen buchstäblich aus der gemeinsamen Ordnung gerissen wurde.
Ulthoks Niederlage nahm den Invasoren einen mächtigen Kommandanten, beendete den Angriff aber nicht. Gesichtlose hatten bereits den Thron erreicht, und tiefer im Palast wurde Erunak Steinsprecher gegen seinen Willen benutzt. Der Eiternde Prinz fiel wie ein abgebrochener Arm. Die Macht, die ihn ausgestreckt hatte, blieb jenseits der sichtbaren Halle bestehen.