Der Wald des ewigen Frühlings
Der Immersangwald liegt im Norden Quel'Thalas' um Silbermond. Hochelfen banden ihn durch Magie an einen dauerhaften Frühling. Goldene Blätter leuchteten über Wegen und Siedlungen, während die Wurzeln der alten Thas'alah Kraft aus dem Sonnenbrunnen zogen. Der Wald war Natur und Kunstwerk zugleich.
Runensteine dämpften fremde Magie und schützten die Grenzen. Waldläufer kannten jeden Pfad, Magister hielten den Zauber aufrecht. Über Jahrtausende entstand der Eindruck, Jahreszeiten, Feinde und selbst Zeit könnten außerhalb bleiben. Die Schönheit des Waldes war wirklich, aber sie war keine mühelose Gabe. Unzählige Hände und Zauber bewahrten sie jeden Tag.
Land der Amani
Quel'Thalas war auf Gebiet errichtet worden, das die Amani als ihr Land betrachteten. Der Immersangwald wurde deshalb immer wieder zum Schlachtfeld zwischen Waldtrollen und Elfen. Beide Seiten erzählten von Verteidigung: Die einen schützten ihr neues Königreich, die anderen ein älteres Territorium vor Eindringlingen.
Im Zweiten Krieg führten Amani die Horde in den Wald. Versklavte rote Drachen verbrannten große Flächen. Silbermond fiel nicht, doch ein erheblicher Teil des Waldes ging in Flammen auf. Das ewige Frühjahr verhinderte keine Brandnarben. Es machte nur deutlicher, wie fremd verkohlte Stämme in einer Landschaft wirkten, die auf Beständigkeit gebaut war.
Arthas' Marsch
Die Geißel brach durch die Verteidigung Quel'Thalas'. Sylvanas Windläufer und ihre Waldläufer verzögerten Arthas, konnten seinen Weg zum Sonnenbrunnen aber nicht stoppen. Seine Armee zog eine Schneise aus verdorbenem Boden durch den Wald. Diese Todesnarbe teilte Siedlungen, Erinnerung und schließlich die Region selbst.
Der südliche, schwer verseuchte Teil wurde zu den Geisterlanden. Im Norden blieb der Name Immersangwald. Die Trennung folgt daher keiner alten natürlichen Grenze. Sie ist eine Kriegswunde auf der Karte. Wer vom goldenen Wald in das kranke Land tritt, folgt demselben Weg, auf dem die Geißel den Körper Quel'Thalas' geöffnet hatte.
Wiederaufbau ohne Sonnenbrunnen
Nach der Zerstörung des Sonnenbrunnens gerieten Tiere, arkane Konstrukte und Bewohner aus dem Gleichgewicht. Magister zapften Leylinien an, um Schutz und Gebäude zu versorgen. Manche Elfen wurden vom Hunger überwältigt und zu Elenden. Amani nutzten die Schwäche für neue Angriffe.
Blutelfen eroberten große Teile des Immersangwalds zurück und bauten Silbermond teilweise wieder auf. Die wiederhergestellte Fassade durfte nicht darüber hinwegtäuschen, wie viel fehlte. Jede funktionierende arkane Anlage war auch Erinnerung daran, dass die Quelle, die früher alles selbstverständlich gespeist hatte, fort war.
Goldene Blätter über Narben
Die Erneuerung des Sonnenbrunnens brachte Stabilität, doch Todesnarbe und Geisterlande heilten nicht augenblicklich. Spätere Kriege führten erneut Feinde nach Quel'Thalas. Der Immersangwald blieb Eingang, Schutzgürtel und sichtbares Bild dessen, was das Reich über sich selbst glauben möchte.
Seine goldenen Bäume stehen nicht für eine unberührte Vergangenheit. Sie haben Feuer, Untod, Magiehunger und politische Spaltung erlebt. Gerade deshalb singt der Wald weiter. Beständigkeit bedeutet dort nicht, dass sich nichts verändert. Sie bedeutet, dass Bewohner nach jeder Verwüstung entscheiden, Schönheit nicht den Siegern zu überlassen.